Wenn die
Deutsche Telekom zu Beginn eines jeden Jahres zur großen Bilanz-Pressekonferenz für das vergangene Geschäftsjahr einlädt, ist es für den Unternehmenschef immer eine Art Spießrutenlauf. Steigenden Umsätzen stehen schrumpfende Gewinne und rückläufige Kundenzahlen im klassischen Festnetzgeschäft entgegen. Bereits im März 2007 musste Telekom-Chef René Obermann einen Gewinnrückgang für das Jahr 2006 bekannt geben. Und auch im vergangenen Jahr brach der Konzernüberschuss um mehr als 80 Prozent auf 569 Millionen Euro ein. Ein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken? Nicht für Obermann.
Zufrieden mit DSL-Geschäft
"Wir sind im vergangenen Jahr von Tag zu Tag und von Woche zu Woche besser geworden. Das war in Zahlen messbar", sagte der Telekom-Chef heute am Konzernsitz in Bonn. Fast alle Ziele seien erreicht, einige sogar
übererfüllt worden. Besonders stolz sei man auf den DSL-Neukundenanteil, der im vergangenen Jahr auf 44 Prozent gesteigert werden konnte. "Nicht einmal jeder fünfte Kunde kam 2006 im DSL-Geschäft zur Telekom; mittlerweile ist es fast jeder zweite", zeigte sich Obermann zufrieden.
Auch die Zweitmarke
Congstar habe sich in nur sechs Monaten "zu einer bekannten Größe am deutschen Markt entwickelt." Hierbei ist aber zu berücksichtigen, dass die Telekom einen hohen Werbeaufwand betreibt, um die eigene Billigmarke bekannt zu machen. Sei es durch Anzeigen, große Plakate in Innenstädten oder Sponsoring-Maßnahmen wie beispielsweise beim FC St. Pauli.
Mit den Kundenverlusten im klassischen Festnetzgeschäft könne man sicher nicht zufrieden sein. Obermann verwies aber darauf, dass die Telekom in ihrem einstigen Kerngeschäft noch immer einen Marktanteil von 80 Prozent habe. Und das, obwohl es zu einem gewollten und durch die Bundesnetzagentur geförderten "knallharten Wettbewerb" komme.