Die Farbe Grün hat Konjunktur, auch in der Informationstechnologie. Deshalb heißt das Thema der am Dienstag in Hannover beginnenden Computermesse CeBIT in diesem Jahr "
Green IT" - grüne Informationstechnik. Handys und Fernseher, PCs und Server sollen umwelt- und klimafreundlicher werden. Im Mittelpunkt stehen dabei Möglichkeiten, den Energieverbrauch der Geräte zu senken. Die Produkte macht das unter Umständen zunächst einmal teurer - doch langfristig können Verbraucher und Firmen über eine niedrigere Stromrechnung sparen.
Energiefresser Stand-by
Die Möglichkeiten zum Energiesparen bei Computern und Servern sind groß: Berechnungen von IT-Analysten der Firma IDC haben ergeben, dass Unternehmen pro Dollar, den sie für einen Server ausgeben, 50 US-Cent für die Stromversorgung zahlen müssen. Bei Verbrauchern sind die Dimensionen natürlich andere, der Effekt aber der gleiche. Bei ihnen ist noch immer der Stand-by-Modus ein Energiefresser. Viele moderne Geräte lassen sich nicht einmal komplett ausschalten. Laufen in einem normal ausgestatteten Haushalt alle Geräte auf Stand-by, machen sie etwa zehn Prozent des Stromverbrauchs aus. Werden Geräte komplett ausgeschaltet, lassen sich schnell knapp hundert Euro im Jahr sparen.
Tipps für den grünen Computerkauf
Mehr können Nutzer den Energieverbrauch über ihr Verhalten beeinflussen. Worauf sollte ich beim Computerkauf achten? Je schneller der Rechner, desto mehr Strom verbraucht er. Nutzer sollten sich also genau überlegen, was sie wirklich benötigen. Für Office, Internet und Co. reicht auch ein langsamerer Rechner. Leidenschaftliche Zocker neuester Spiele hingegen brauchen schnelle Computer.
Auch aufwändige 3-D-Grafikkarten ziehen viel Strom - und auch die brauchen nur Spieler. Ansonsten reichen meist die sogenannten Onboard-Grafikkarten. Insgesamt sparsamer sind Notebooks, denn die sind darauf ausgerichtet, mit dem Akku möglichst lange durchzuhalten. Moderne Flachbildschirme verbrauchen zudem weniger Strom als alte Röhrenmonitore. Grundsätzlich gilt aber: Alte PCs sollten möglichst lange genutzt werden, denn die meiste Energie kosten Herstellung und Entsorgung.
Gibt es Siegel für besonders sparsame Computer und andere Geräte? Die Siegel für Computer sind nicht sonderlich weit entwickelt. Führend ist das "Energy Star"-Logo. Die neueste Version 4.0 schreibt einen maximalen Stromverbrauch für Rechner im Normalbetrieb und im Stand-by-Modus vor. Die Kategorien des Siegels sind allerdings verwirrend. Der in Deutschland bekannte "Blaue Engel" folgt noch relativ alten Vorgaben, die neueste "Energy Star"-Richtlinie übernimmt er erst ab etwa Mitte 2009.