Die EU-Kommission hat eine Rekordstrafe von 899 Millionen Euro gegen den US-Softwareriesen Microsoft verhängt. Grund sei der fortgesetzte Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht, begründete die Behörde am Mittwoch die Strafe.
Hohe Strafe
Obwohl die Kommission im März 2004 gegenteilige Auflagen gemacht hatte und im Juli 2006 wegen Nichtbeachtung bereits ein
erstes Zwangsgeld gegen Microsoft verhängte, habe der Konzern weiter gegen die Auflagen verstoßen. Für Informationen, die Konkurrenten für die Entwicklung von mit Server-Betriebssystemen von Microsoft kompatiblen Programme benötigten, verlangte Microsoft demnach noch bis Oktober 2007 unangemessen viel Geld.
Schweres Vergehen
Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes erklärte, Microsoft sei das erste Unternehmen seit Einführung der EU-Wettbewerbspolitik vor 50 Jahren, gegen das die Kommission eine Geldbuße wegen Nichteinhaltung einer Kartellentscheidung verhängen müsse. Sie hoffe, dass mit dieser Entscheidung "das dunkle Kapitel der Verstöße von Microsoft" gegen die Entscheidung ihrer Behörde von 2004 abgeschlossen sei.
Die Kommission hatte damals gegen Microsoft bereits eine Geldbuße von knapp
500 Millionen Euro verhängt. Das Zwangsgeld von Juli 2006 belief sich auf weitere gut 280 Millionen Euro.
Hayo Lücke
/ afp