Mit hohen Investitionen und einer gesunden Portion Selbstbewusstsein möchte der größte deutsche Kabelnetzbetreiber,
Kabel Deutschland (KDG), insbesondere auf dem Markt für schnelle Internetzugänge neue Kunden gewinnen. KDG-Chef Adrian von Hammerstein sagte am Dienstag in Köln auf der Euroforum Jahrestagung "Die Zukunft der Kabel TV Netze": "Wir befinden uns ohne Zweifel in einer Aufholjagd – und wir haben gerade erst angefangen."
Kabel Internet im Fokus
Im Vergleich mit anderen OECD-Ländern befinde sich Deutschland in der Breitband-Penetration nur auf einem Mittelfeldplatz. Hier müsse man deutlich aufholen, sagte von Hammerstein. DSL sei hierzulande zweifelsohne die vorwiegende Technologie, die schnelle Internetzugänge möglich mache, das Kabelinternet sei aber auf einem guten Weg, signifikante Marktanteile zu gewinnen. Da die Kabel-Netze sehr spät zu einem Breitband-Medium geworden seien, liege der Marktanteil der Kabelnetzbetreiber am Breitband-Markt, verglichen mit vielen anderen Ländern, unter dem Durchschnitt.
Trotzdem sieht von Hammerstein insbesondere in Triple-Play-Angeboten, die neben reinen TV-Inhalten auch einen schnellen Internetzugang und Telefonie über das Fernsehkabel ermöglichen, enormes Wachstumspotenzial. Bis Ende 2009 sollen 90 Prozent der an das KDG-Netz angeschlossenen Haushalte ein solches Paket bestellen können. Der KDG-Chef möchte das Kundeninteresse insbesondere mit Leistung und hohen Bandbreiten wecken. "Die Kabelnetzbetreiber setzen Maßstäbe bei Preis-Leistung – insbesondere bei schnellem Internet." Unter Anspielung auf die ADSL2(+)-Angebote sagte von Hammerstein: "Das Kabel kann mehr und diesen Vorteil setzen wir ein." Weiter führte er aus, dass sich 70 Prozent der Internet-Neukunden für das 30 Euro monatlich kostende Comfort-Paket mit Telefon- und Internet-Flatrate entscheiden würden.
Kein Gebot für Fußball Bundesliga-Rechte
Bei aller Euphorie um breitbandige Internetzugänge bleibe aber auch das Fernsehen in gewissem Maße das Kerngeschäft. Dabei bilde der digitale Kabelanschluss die Basis. Bis Ende März dieses Jahres will KDG 850.000 Digitalkunden sowie 750.000 Pay-TV-Kunden vorweisen können. Damit sei die Zahl der anvisierten Pay-TV-Kunden deutlich schneller erreicht worden, als geplant.
Insgesamt sieht KDG auch im Geschäft mit zusätzlichen TV-Abonnements noch großes Wachstumspotenzial. Allerdings lediglich als Lieferant von Inhalten, nicht als Produzent. So kündigte von Hammerstein an, sich nicht um die Ausschreibung der Bundesligarechte bemühen zu wollen. "Wir werden sicherstellen, dass unsere Kunden weiter die Bundesliga schauen können. Aber wir müssen das nicht unbedingt selber machen." Das bedeutet, KDG-Kunden sollen auch künftig ein fertig produziertes Bundesliga-Format empfangen können, wie es derzeit Premiere anbietet.