Nach dem Urlaub flattert vielen Handy-Benutzern mit der Monatsrechnung eine böse Überraschung ins Haus. "Aber ich hab' doch nur Mails abgerufen", denkt mancher ratlose Mobilfunkkunde. Wer vom Ausland aus im Internet surft oder Mails abruft, dem beschert das Daten-Roaming oft hohe Kosten.
Mobiles Internet boomt
Dabei liegen das Internetsurfen und Mailabrufen via Handy eigentlich im Trend. Das bestätigt auch eine von
E-Plus in Auftrag gegebene Umfrage. Das Marktforschungsinstitut TNS Infratest befragte rund 2.000 Bundesbürger. Ergebnis: Hauptanliegen der Mobilfunknutzer sind immer noch günstige Gesprächs- und SMS-Preise sowie einfache Handytarife. Aber das Interesse an der Nutzung von mobilem Internet und Co. boomt, es verdreifachte sich binnen eines Jahres von neun auf 27 Prozent.
30 Euro für den Versand einer Mail
Die Hälfte der Befragten versendet mindestens einmal wöchentlich eine E-Mail über das Handy. 29 Prozent surfen ebenso häufig mobil im Internet. Aber auch Dienste wie der Versand von MMS und das Herunterladen von Musik mit dem Handy werden öfter genutzt.
Geschieht dies jedoch im Ausland, wo die Kosten rund 30 Mal höher liegen können, sei diese Begeisterung allerdings stark gedämpft, so Jürgen Grützner. Der Geschäftsführer des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) verweist auf Kunden, die nach der Rückkehr aus dem Ausland Rechnungen in vierstelliger Höhe erhalten hätten. Grützner untertützt das Engagement der EU-Kommission für niedrigere Verbraucher-Preise und begrüßt die
von allen Netzbetreibern angekündigte Absenkung der Gebühren für Daten-Roaming.
E-Plus wolle beispielsweise 25 Cent pro Megabyte in Rechnung stellen, was etwa 200 E-Mails oder einem unkomprimierten Bild entspricht. Andere Netzbetreiber würden aber auch nach der Absenkung immer noch rund zwei Euro pro Megabyte (MB) verlangen. "Für den
Versand einer Mail von unterwegs, die vier Megabyte groß ist, sind heute vielfach über 30 Euro fällig", warnt Grützner. Viele Preise für Daten-Roaming seien "immer noch jenseits von Gut und Böse".
Dorothee Monreal