Amazon tut es. Tchibo macht auch mit. Neckermann und Otto kommen ohne kaum noch aus. Immer mehr Internet-Versandhändler setzen auf eigene Video-Präsentationen, die dem Kunden die Produkte näher bringen sollen. Das deutsche Marktforschungsunternehmen Goldmedia prophezeit dem werbenden
Web-TV in den nächsten Jahren ein sprunghaftes Wachstum. Gleichzeitig sollen die stagnierenden Wachstumsraten im E-Commerce neuen Aufwind bekommen.
Online-Videos boomen
Seit 2004 wächst der Markt jährlich um schlappe zwölf Prozent. An der Kaufbereitschaft der Kunden hat sich in den letzten zwei Jahren nichts verändert, dabei würde die Zahl der Nutzer jedoch beständig zunehmen, heißt es in der Studie. Goldmedia macht den vergleichsweise geringen Einsatz von Bewegtbildinhalten für diese Entwicklung verantwortlich. Clip-Sharing, Web-TV und Trailer erfreuen sich im Internet überall wachsender Beliebtheit. Da immer mehr Nutzer per Breitband-Anbindung ins Netz gehen, gehören auch die Kinderkrankheiten des Online-Videos, wie lange Ladezeiten oder ruckelige Bilder, der Vergangenheit an.
"Ein Umsatzplus von 250 Millionen Euro"
An vielen Web-Shops scheint diese Entwicklung bis heute jedoch vorbeigegangen sein. Dabei hätten die Nutzungsanalysen der Studie eindeutig gezeigt, dass für Kunden eindrucksvolle Produktpräsentationen und positive Einkaufserlebnisse als die besten Kaufanreize gelten, heißt es bei Goldmedia. Vor allem bei "erklärungsintensiven" oder "stark emotionalisierenden" Warengruppen wie Bekleidung, Schmuck, Möbel oder Haushaltswaren wäre Teleshopping im Internet die beste Lösung.
"Die Umsatzpotenziale für den Gesamtmarkt sind eindrucksvoll", erläutert Studienautor und Goldmedia-Consultant Mathias Birkel. "Was der E-Commerce-Markt gewinnen kann, wird stark davon beeinflusst, wie viele und wie schnell die Unternehmen Bewegtbildformate einbinden. Sollten bis 2012 nur zehn Prozent des E-Commerce-Marktes Bewegtbild einsetzen, so könne dies bereits ein Umsatzplus von 250 Millionen Euro gegenüber einem Szenario ohne Bewegtbildeinsatz zur Folge haben. Wir gehen aber von wesentlich positiveren Werten aus", so Birkel weiter.