Unter dem Namen Gamescom zieht Europas größte Messe für Computer- und Videospiele von Leipzig nach Köln. Entsprechende
Gerüchte wurden am Montag offiziell von der Kölner Messe bestätigt. Künftig wird das Messe-Highlight einmal jährlich im September statt im August stattfinden. Debüt ist der 9. bis 13. September 2009.
"Europäisches Topevent"
"Wir freuen uns sehr, die führende Messe der Gamesindustrie zu veranstalten", frohlockte Koelnmesse-Geschäfsführer Oliver P. Kuhrt bei der Pressekonferenz in Berlin. "Unser Ziel ist es, die Branchenplattform als europäisches Topevent zu etablieren". In Köln galt bisher die Motorradmesse Intermot mit rund 187.000 Gästen als meistbesuchte Messe.
Als Grund für die Neuorientierung nannte der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) die gute Anbindung an das Verkehrsnetz, die 80.000 verfügbaren Hotelbetten und das 284.000 Quadratmeter große
Messegelände. Bereits im vergangenen Jahr sei die Games Convention in Leipzig an ihre Grenzen gestoßen. Außerdem habe der August-Termin wegen der Urlaubszeit vor allem südeuropäische Aussteller abgeschreckt.
185.000 Besucher im Vorjahr
Die Games Convention findet seit 2002 in Leipzig statt. Die Unternehmen präsentieren neue Trends und Produkte der Branche und bieten dem Besucher die Chance, Spiele vor der Markteinführung zu testen. Vorträge und Konzerte runden das Programm ab. Waren im ersten Jahr 166 Aussteller und 80.000 Besucher gekommen, nutzten im vergangenen Jahr nach Veranstalterangaben 503 Aussteller und 185.000 Besucher das Angebot. Damit blieb es aber noch unter den bei 200.000 Gästen angesiedelten Erwartungen der Veranstalter. Da die Sachsen die Namensrechte an "Games Convention" behalten wollen, geht die Ausstellung am Rhein unter neuer Bezeichnung an den Start.
Die Games Convention findet vom 21. bis 24. August 2008 auf jeden Fall noch einmal in Sachsen statt. Unterdessen signalisierte eine Unternehmenssprecherin, Leipzig stehe auch 2009 für die Veranstaltung zur Verfügung. Ob es somit künftig zwei Messen geben wird, ist noch unklar.
Dorothee Monreal