Die Datensicherheit in sozialen Netzwerken ist ein großes Thema. Bei keinen anderen Diensten im Internet geben Nutzer freiwillig so
viele Informationen über sich selber preis. Die Plattformbetreiber freut es: Immerhin können sie dank der gewonnenen Daten über Alter und Wohnort, Beruf und Hobbys bis hin zu zum Film- und Musikgeschmack immer gezielter die Werbebotschaft an den Nutzer bringen. In Brüssel zeigt man sich über diese Entwicklungen im
Web 2.0 zunehmend beunruhigt.
Minimaler Streuverlust
So habe sich nun das EU-Gremium "Artikel 29 Datenschutzgruppe" dem Problem angenommen, berichtet der Branchendienst "Der Kontakter". Im Mittelpunkt der Arbeit steht demnach die Erarbeitung von Empfehlungen, welche Mitgliederdaten zur Aussteuerung von Werbung verwendet werden dürfen. Vor allem dem "Behavioural Targeting" steht man kritisch gegenüber. Bei dem Verfahren werden von jedem registrierten Mitglied anhand des Klick- und Surfverhaltens anonymisierte Nutzerprofile erstellt. Für Werbetreibende bedeutet diese Praxis einen minimalen Streuverlust – für die Nutzer hingegen eine Einschränkung ihrer Privatsphäre. Erst vor wenigen Wochen hatte das soziale Netzwerk StudiVZ angekündigt, durch eine kurzfristige
Änderung der AGB, die Nutzerinformationen offiziell für die Herstellung von Werbeprofilen nutzen zu wollen, was zu massiven Protesten unter den Mitgliedern geführt hatte.
Wie der "Kontakter" nun mitteilt, könnten die Beschlüsse der EU-Behörde künftig die Einschränkung von Werbemöglichkeiten auf Internet-Plattformen wie MySpace, Facebook und Co. nach sich ziehen.
André Vatter