Der Film-Trailer zum neuesten Hollywood-Blockbuster startet. Während das Video läuft, wird in einer Ecke Werbung eingeblendet. Videowerbung, die bisher nur in Videos auf YouTube üblich war, möchte Suchmaschinenriese Google laut einem Bericht der Onlineausgabe der "New York Times" auch auf andere Webseiten ausweiten.
Adsense-Programm erweitert
Google hat zu diesem Zweck sein bewährtes Werbeprogramm Adsense erweitert und zunächst als Beta "Adsense für Video" gestartet. Das Anschauen von Online-Videos wird
immer beliebter. Derzeit ist der Markt für Werbung in Online-Videos jedoch noch gering. Doch alleine in den USA wenden Unternehmen für Internetwerbung mittlerweile rund 20 Milliarden US-Dollar auf. In den letzten Jahren hatte Google bereits mehrere Versuche gestartet, höhere Werbeeinnahmen zu erzielen. Dies gelang jedoch nicht zufriedenstellend. Werbung per Radio, Fernsehen oder in Printanzeigen brachte Google nicht viel ein. Den größten Teil der Einnahmen erzielt Google immer noch mit seinen kleinen Textanzeigen innerhalb der vielgenutzten Suchmaschine.
Einblendungen als alternative Werbeform
Werbetreibende können bei dem neuen Videowerbeformat auswählen, ob sie in einem kleinen Fenster eines Videos mit einer Textanzeige oder einem kleinen Video werben möchten. Textanzeigen rotieren dabei in einem Rhythmus von 20 Sekunden. Dabei soll die Werbung auf das gespielte Video und die dazugehörige Webseite zugeschnitten sein. Die Abrechnung soll bei Videos pro Einblendung, bei Textanzeigen pro Klick erfolgen. Das Einspielen von Werbung in laufende Filme erfreut sich bei der Werbewirtschaft wachsender Beliebtheit als Alternative zu Werbespots, die im Vorspann zu einem Video laufen. Seit August 2007 blendet Google Werbung in Videos auf YouTube ein. Unternehmen, die Interesse an Videowerbung haben, sollen die Werbung nun nicht nur auf YouTube, sondern bei dem gesamten Partnernetzwerk von Google schalten lassen können.
Konkurrenz von Microsoft und Yahoo
Zu Beginn wird Google Werbeanzeigen für 20 Partner-Webseiten vermarkten. Einer der Pioniere ist etwa das amerikanische Entertainment-Portal "My Damn Channel". Anfangs wird diese Werbeform nur in den USA möglich sein. Zudem müssen die Partnerseiten mindestens eine Million Videos monatlich streamen, damit sie in das neue "Adsense für Video"-Programm Aufnahme finden. Doch Google ist nicht alleiniger Anbieter von Videowerbung. Konkurrenz gibt es etwa auch durch Partnerprogramme von Microsoft oder Yahoo. Der vor der
Übernahme stehende Suchmaschinenbetreiber Yahoo hatte erst kürzlich 160 Millionen US-Dollar für Maven Networks gezahlt. Diese Firma schaltet Videos und Werbung bei populären TV-Formaten wie Fox News oder CBS Sports.