Der US-Softwareriese Microsoft will künftig für eine bessere Kommunikationsfähigkeit seiner Produkte mit denen der Konkurrenz sorgen.
In einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung des Unternehmens hieß es, die Microsoft-Produkte für den Massenmarkt sollten mit "offenen Verbindungen" ausgestattet werden, so dass der Datentransfer zwischen verschiedenen Programmen und Systemen erleichtert werde. Das Unternehmen kündigte an, verstärkt Standardlösungen anzubieten und seine Präsenz bei sogenannten "open source"-Programmen zu erhöhen, die im Internet frei zugänglich sind.
Unternehmenschef Steve Ballmer sagte, "Interoperabilität" sei das neue Ziel. Den Kunden und Entwicklern neuer Programme will Microsoft laut Ballmer "mehr Wahlmöglichkeiten" bieten. Deshalb werde Microsoft auch mehr Informationen über seine Technologien preisgeben.
Der marktbeherrschende Software-Riese, der 90 Prozent der Personal Computer weltweit mit seinen verschiedenen Windows-Betriebssystemen und Programmen ausstattet, steht seit Jahren in der Kritik. Die Entwickler neuer Programme beklagen immer wieder, dass Microsoft seine Technologie abschotte.
EU reagiert verhalten
Die EU-Kommission reagierte verhalten auf die Ankündigung. Sie habe die "Absicht" des Konzerns "zur Kenntnis genommen", die Vereinbarkeit seiner Software mit Konkurrenzprodukten zu verbessern. "Die Ankündigung hat aber nichts damit zu tun, ob Microsoft in der Vergangenenheit gegen das EU-Kartellrecht in diesem Bereich verstoßen hat", fügte die Brüsseler Behörde hinzu. Microsoft war 2004 von der EU zu einer Strafe von 500 Millionen Euro verurteilt worden, weil es seine führende Marktposition unlauter ausgenutzt habe.
Hayo Lücke
/ afp