Frische Impulse für die Domain-Branche gibt es derzeit beim
Domain Pulse in Wien. Die zweitägige Veranstaltung findet bereits zum vierten Mal statt und zählt mit rund 300 Teilnehmern zu den wichtigsten Kongressen rund um das Thema Internet-Domains im deutschsprachigen Raum. Als Ausrichter der Veranstaltung treten im
jährlichen Wechsel die Domain-Registrierungsstellen in Österreich, Deutschland und der Schweiz auf.
Zukunft der Internetverwaltung
"Wir haben als Gastgeber den Schwerpunkt auf brisante und aktuelle Themen gesetzt. Die Frage der Internet Governance ist ausgesprochen wichtig für die Zukunft der Internetverwaltung und wird weitreichenden Einfluss auf das digitale Verhältnis Europa-USA haben", betonte Richard Wein, Geschäftsführer der österreichischen Domain-Registrierungsstelle nic.at, zum Auftakt des Internet-Kongresses. Bei dem Thema Internet Governance gehe es in erster Linie darum, wie Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ihre Rollen in der Verwaltung der "nationalen" Netze regelten. Dies werde bis dato zwischen Europa und den USA heiß diskutiert.
Politisch brisantes Thema
Die Idee hinter Internet Governance ist einfach: So sollen zukünftig nicht die Regierungen, sondern die Nutzer das Internet verwalten. Derzeit liegen die wesentlichen Verwaltungsaufgaben bei der Internetbehörde
ICANN, die beispielsweise die wichtigen
IP-Adressen vergibt und über die Einführung neuer Top-Level-Domains entscheidet. Politisch brisant ist dies, da die ICANN bis Oktober 2009 durch Verträge mit der
US-Regierung verbunden ist. Ob die Internetverwaltung dann tatsächlich unabhängig wird, ist allerdings noch unklar, denn davon wären viele Staaten wie Russland und China nicht sonderlich begeistert.
Domain-Namen mit nicht-lateinischen Schriftzeichen
Ein zweiter "Kritikpunkt" in dieser Debatte ist die zunehmende Internationalisierung des Internets. So prüft die ICANN derzeit die technische Umsetzung von nicht-lateinischen Schriftzeichen bei Domain-Namen. Experten befürchten dadurch einen "Bruch" des Internets entlang der Sprachgrenzen. Deshalb müssten alle Beteiligten - sowohl Vertreter der Wirtschaft, als auch von Regierungen und Privatpersonen - gleichberechtigt an einem Strang ziehen, so die Forderung von Wolfgang Kleinwächter, Professor für Internet-Politik und Regulierung an der dänischen Universität Aarhus und Mitglied der internationalen Arbeitsgruppe für Internet Governance.
Der nächste Domain Pulse findet im kommenden Jahr in Dresden statt. Ausrichter wird dann die
deutsche Domain-Registrierungsstelle Denic sein.