Hinter dem kryptischen Kürzel P2P-IPTV steht das Fernsehen der Zukunft. Aufgeschlüsselt bedeutet es nichts anderes als "Peer to Peer Internet Protocol Television" – in anderen Worten: Fernsehsignale werden im Internet von Rechner zu Rechner gesendet. Geschwindigkeit und Stabilität des Systems können auf diese Weise drastisch erhöht werden.
Neues EU-Projekt
IPTV-Angebote wie
Joost oder
Zattoo funktionieren bereits nach diesem Prinzip, doch dem europäische Projekt "
P2P Next" geht es noch nicht weit genug. Gegründet wurde das Konsortium von 21 Industriepartnern, darunter Pioneer, die BBC und die European Broadcasting Union. Gemeinsam forschen sie an neuen Online-Übertragungswegen für Fernsehsignale. Jetzt hat die Europäische Union das Projekt als förderungswürdig eingestuft und eine Beihilfe in Höhe von 14 Millionen Euro zugesichert.
Schon ab Mai verfügbar?
Die Forscher können sich über den Geldsegen aus Brüssel freuen. "Das P2P-Next-Projekt wird zunächst über vier Jahre laufen. Wir planen eine große Feldstudie, in der neue Medienanwendungen auf einer großen Anzahl von Endgeräten getestet werden. Sollten wir erfolgreich sein, wird aus diesem ehrgeizigen Projekt eine Plattform hervorgehen, die es Nutzern erlaubt, über ihren PC oder ihre Set-Top-Boxen Live-Inhalte zu streamen", heißt es in einer heute veröffentlichten Meldung. "Zusätzlich wollen wir es den Zuschauern ermöglichen, eigene Communities rund um ihr personalisiertes System einzurichten." Nach Medienberichten soll das neue Verfahren bereits im Mai bei der Übertragung des Eurovision Song Contests zum Einsatz kommen.
Forschungsergebnisse werden als Open-Source freigegeben
Die Ergebnisse will das Konsortium nach getaner Arbeit nicht für sich behalten: "Unsere Schlüsselentwicklungen werden als Open Source-Produkte angeboten werden, damit sich neue Geschäftsmodelle entwickeln können." Neben der Technikforschung beschäftigt sich P2P-Next auch mit den rechtlichen, regulatorischen, kommerziellen und sicherheitsrelevanten Rahmenbedingungen von IPTV.
André Vatter