Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Nachdem der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) gestern zum wiederholten Male
öffentlich Schelte an der schleppenden Anschlussbereitstellung der
Telekom übte, hat der Ex-Monopolist die Vorwürfe heute scharf zurückgewiesen. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, die Anforderungen des Regulierers sind vorzeitig erfüllt", sagte Timotheus Höttges, T-Home-Vorstand Sales & Services. "Jetzt sind die Wettbewerber dran."
Schuld sind die Wettbewerber
In einer Unternehmensmitteilung wiesen die Bonner alle Schuld von sich: T-Home erfülle bereits drei Monate früher als gefordert die Vorgaben der Bundesnetzagentur. Die gewünschten Schaltkapazitäten für 330.000 Anschlüsse würden zur Verfügung stehen. "Wir sind sowohl bei den DSL-Anschlüssen als auch bei
Teilnehmeranschlussleitungen (TAL) der Spitzenreiter in Europa", holte Höttges zur Verteidigung aus. "Das sieht man alleine schon daran, dass die Deutsche Telekom, mit rund 6,4 Millionen TAL, fast doppelt so viele an Wettbewerber vermietet wie Frankreich, Italien oder Großbritannien." Die Schuld sei nicht bei der Telekom, sondern bei den Wettbewerbern zu suchen. Diese würden immer wieder deutliche Mehrmengen als verabredet bei T-Home nachfragen. "Das neue Regime der Bundesnetzagentur wird von den Wettbewerbern noch nicht eingehalten", so Höttges weiter.
Migrationsaufträge nicht Teil des Standardvertrags
Ursache für die Abweichung seien vor allem Aufträge, die durch eine Optimierung der Wettbewerber auf neue Vorleistungspartner im Rahmen der All IP-Einführung begründet sind. Damit handele es sich nicht um DSL-Neuanschlüsse, sondern um einen Wechsel von einem Vorleistungsprodukt zum nächsten. Diese Art von Migrationsaufträgen habe die Bundesnetzagentur jedoch ausdrücklich vom neuen Standardvertrag ausgeklammert
Gut gemeinte Ratschläge für die Konkurrenz
Um zukünftig Anschlüsse schneller schalten zu können, fordert die Telekom die Konkurrenz auf, ihre Verträge zeitnah auf das neue TAL-Standardangebot umzustellen. Überhaupt sollten die Wettbewerber ihre "Prozesse und Planungsgenauigkeit verbessern" und ihren Kunden "klare Aussagen über Bereitstellungstermine" machen.
Nach eigenen Angaben haben die Bonner im letzten Jahr 28 Prozent mehr Schaltarbeiten geleistet, als vertraglich zugesichert waren. "Wir erfüllen nicht nur unsere Zusagen, sondern wir liegen sogar deutlich darüber, aber unsere Kapazität muss wie in jedem anderen Betrieb auch an technische und betriebliche Faktoren ausgerichtet sein", rechtfertigt Höttges den Standpunkt der Telekom.