Microsoft und
Nintendo haben heute auf der Games Developer Conference in San Francisco angekündigt, ihre Konsolen
Xbox 360 und
Wii auch für externe Programmierer und Entwickler zu öffnen. Damit erhoffen sich die Konsolenhersteller unter anderem ein breiteres Angebot an Spieletiteln.
Chance für Spieleentwickler
So wird es künftig allen
Xbox-Live-Mitgliedern möglich sein, innerhalb der Community selbst entwickelte Spiele zu spielen, zu bewerten und mit anderen Teilnehmern zu teilen. "Die Community-Spiele wurden bisher keiner breiten Öffentlichkeit vorgestellt, sondern konnten nur innerhalb der Gemeinschaft unter den Mitgliedern ausgetauscht werden", erklärt Marketing-Manager Thomas Kritsch. Derzeit stünden schon insgesamt sieben Spiele von Hobbyprogrammieren kostenlos zum Download zur Verfügung. Im Lauf des Jahres würden aber weitere
Community-Games veröffentlicht werden. Kosten sollen die selbstentwickelten Inhalte zunächst nichts. Mit der Öffnung der Konsole für unabhängige Drittentwickler betritt das Unternehmen quasi Neuland. Zum einen ergebe sich dadurch ein neuer Vertriebsweg mit rund zehn Millionen Xbox-Live-Mitgliedern, zum anderen vergrößert sich so der Umfang des Spieleangebotes für die Konsole nicht unerheblich. Außerdem steigen so die Chancen für junge Entwickler, sich durch ihre Community-Spiele einen Namen zu machen und von Spieleschmieden entdeckt zu werden.
XNA: Microsoft stellt das Entwicklungstool kostenlos zur Verfügung. Foto: Microsoft
Neue Zielgruppen erschließen
Über die Internet-Plattform
WiiWare vertreibt Nintendo zwar auch originale Wii-Spiele, externen Entwicklern soll die Community aber völlig ohne Zutun des Konzerns offen stehen. "Neben den bekannten, größeren Publishern sollen auch weniger bekannte Entwickler und kleinere Teams ihre Spiele anbieten können", so das Unternehmen. Wie die Zugangsverteilung zum System für Programmierer, die Vertriebsbedingungen und die Preisgestaltung für "Fremdsoftware" aussehen werden, ist derzeit aber noch nicht bekannt. Doch die Ziele sind klar: Mit der Öffnung will der Konzern wie Konkurrent Microsoft die Bandbreite seines Unterhaltungsangebots erweitern und neue Zielgruppen ansprechen.
Michael Friedrichs