Montag, 18.02.2008 16:01

Nokia-Werk: Hoffnung oder Fata Morgana?

aus dem Bereich Mobilfunk
Blätterrauschen im Pressewald: Die Zukunft des Bochumer Nokiawerks facht die Gerüchteküche an. Der "Focus" verweist auf Gewerkschaftskreise, die ernsthafte Interessenten für Teile des Werkes ausgemacht haben. BMW und Bosch sollen ein Auge auf Teile des Werkes geworfen haben, was wenigstens 300 Mitarbeitern den Job retten könnte. Leider wollen beide davon nichts wissen: "Da ist überhaupt nichts dran", wird ein Bosch-Sprecher von "Spiegel Online" zitiert. Und BMW kommentiert in der "Westdeutschen Allgemeinen" lapidar: "Wir haben (...) kein Interesse."

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Technopark als Trostpflaster?

Ins Reich der frommen Wünsche verweist der "Tagesspiegel" auch die Nokia-Pläne von einer Stiftung, die noch in diesem Quartal das Licht der Welt erblicken soll. Die Finnen sollen mit Blick auf den Imageschaden in Deutschland 30 bis 50 Millionen Euro in Aussicht stellen, um einen Wissenschafts-Industrieverbund aus der Taufe zu heben. Eine Nokia-Sprecherin verweigerte jedoch das "Kommentieren von Gerüchten".

Gehen in Bochum nun engültig die Lichter aus? Gibt es Licht am Ende des Tunnels oder nur ein trügerisches Wetterleuchten? Auch ein Technologiepark erscheint vielen als Werbefanal ohne Hand und Fuß, das die gefährdeten 2300 Arbeitsplätze kaum wettmachen kann.

Thoben besteht auf Rückzahlung

Christa Thoben besteht indes laut "Focus" auf die Rückzahlung von 41 Millionen Euro Subventionen an das Land. Die vereinbarten 2800 Dauerarbeitsplätze seien nicht geschaffen worden, so die NRW-Wirtschaftsministerin (CDU). Die Finnen führen ins Feld, dass Leih- und Fremd-Arbeitskräfte in diese Zahl hineingerechnet werden müssten.

Nokia will sein Bochumer Werk mit 2300 Festangestellten und 1000 Leiharbeitern aus Kostengründen zur Jahresmitte schließen und hat dadurch landesweit Empörung und kontroverse Diskussionen ausgelöst. Der größte Teil der Produktion geht nach Rumänien.
Dorothee Monreal
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