45 Milliarden US-Dollar sind Yahoo nicht genug. Die strauchelnde Suchmaschine wartet derzeit auf ein neues Übernahmeangebot von Microsoft und hofft gleichzeitig auf den Beistand potentieller
Kooperationspartner, um eine
feindliche Übernahme im letzten Moment abzuwenden. Während das Tauziehen um die absolute Herrschaft im Internet weitergeht, bekommt der Fall "Microhoo" eine interessante Wendung. Das Online-Marktforschungsunternehmen Hitwise hat sich gefragt: Wer benutzt eigentlich Yahoo? Eine berechtigte Frage, immerhin gedenkt Microsoft den endgültigen Kaufpreis allein durch Werbeeinnahmen zu refinanzieren - und setzt auf solvente Nutzer.
Yahoo mit jüngeren Nutzern
So hat Hitwise die Besucher von Yahoo Search in einer demoskopischen Studie genauestens unter die Lupe genommen. Als Vergleichsmodell dienten den Analysten die Nutzerdaten von Google. Die erste Erkenntnis ist eher informativ, als spektakulär. Googles Nutzer sind überwiegend älteren Jahrgangs, rund 23 Prozent von ihnen sind zwischen 35 und 45 Jahren alt. Yahoo scheint dagegen eher eine jüngere Zielgruppe anzulocken: hier bezieht sich dieselbe Prozentzahl auf die 25- bis 34-Jährigen.
Hauptnutzer: Wenigkäufer aus der frustierten Unterschicht
Eindrucksvoller zeigt sich die zweite Erkenntnis. Untersucht wurde das Nutz- und Kaufverhalten verschiedener sozialer Schichten.
Mehr Kaufkraft bei Google, sozialer Brennpunkt bei Yahoo. Bild: Hitwise
Das Diagramm verdeutlicht die einzelne Verteilung der Mitgliedergruppen. Die Y-Achse steht dabei für Besucher bei Yahoo, die X-Achse für jene bei Google. Je höher die Zahl, desto intensiver wird das Angebot genutzt. Die Größe der Gruppenkreise gibt Aufschluss darüber, wie viele Repräsentanten ihrer Gruppe einen Betrag von mindestens 500 US-Dollar online ausgegeben haben.
Wie die Grafik zeigt, ist Google in erster Linie die Standardsuchmaschine für Vertreter der wohlhabenden Vorstädtler und zufriedenen Dörfler, aufstrebende Amerikaner, die sich durch eine vergleichweise hohe Kaufkraft auszeichnen. Yahoos Nutzergruppe wiederum rekrutiert sich hauptsächlich aus der finanzschwachen Arbeiterklasse und der "Struggling Societies" – der frustrierten, gesellschaftlichen Unterschicht.