Riecke verweist auf die Zahl von acht Millionen treuer Mitglieder und die hervorragende Positionierung von StudiVZ und SchülerVZ, die Platz Eins und Zwei in der IVW-Rangliste der größten deutschen Websites einnehmen. "Konkurrenz belebt das Geschäft. Wir sehen dem mit einer gewissen Gelassenheit entgegen", so Riecke. Auch technisch seien die beiden deutschen Portale gut aufgestellt und einfach bedienbar.
Start von drittem Portal
Noch in diesem Quartal sollen die beiden zum Holtzbrinck-Konzern gehörenden Netzwerke Zuwachs durch ein drittes Portal erhalten. Bei StudiVZ gebe es rund zweieinhalb Millionen Mitglieder, die längst keine Studenten mehr seien und im Berufsleben stehen. Riecke sieht hier ein großes Wachstumspotenzial, denn 50 Prozent dieser Zielgruppe sei nicht in einem Netzwerk organisiert. Dies sei auch mit ein Grund für den geplanten Einstieg von Facebook in Deutschland.
Zu dem Namen des neuen Portals machte der StudiVZ-Geschäftsführer jedoch keine Angaben. Mit wenigen Klicks soll ein Umzug von StudiVZ in das neue Portal möglich werden. Mit alten Freuden aus StudiVZ bleibt man auch weiterhin verbunden. Für Ende 2008 rechnet Riecke mit insgesamt 14 Millionen Mitgliedern in allen drei Portalen. Derzeit haben StudiVZ und SchülerVZ acht Millionen Mitglieder.
SchülerVZ kämpft mit Nazi-Symbolen und Porno-Inhalten
Derweil an dem neuen Portal gebastelt wird hat das Schülernetzwerk SchülerVZ mit alten Problemen zu kämpfen. Laut der Zeitschrift "Stern" haben wieder einmal Mitglieder ihre persönlichen Seiten mit Hakenkreuzen verziert und dort fremdenfeindliche Sprüche veröffentlicht. Auch die Adressen von Hardcore-Pornoseiten werden über die Schülercommunity, die Schülern ab zwölf Jahren offensteht, verbreitet. Bereits im Sommer hatte Stern ähnliche Vorfälle recherchiert. SchülerVZ selbst wies Vorwürfe über mangelnden Jugendschutz jedoch zurück. Man tue für den Jugendschutz alles was möglich sei. "Aber natürlich ist SchülerVZ ein Abbild der Gesellschaft und der Jugend. Auch bei uns geschehen, wie in jeder Großstadt, Dinge, die nicht im allgemeinen Interesse sind. So ist es natürlich nicht in unserem Sinne, dass Hakenkreuze hochgeladen werden", erklärt Philippe Gröschel, Jugendschutzbeauftragter von SchülerVZ.
Jörg Schamberg