Schon seit längerem schielt der britische Mobilfunkkonzern
Vodafone auf den Breitbandanbieter
Arcor. 2,5 Millionen
DSL-Kunden machen ihn hierzulande zum zweitgrößten Unternehmen im Festnetzsektor. Jetzt nehmen die Übernahmefantasien ernstzunehmende Formen an.
Verhandlungen laufen
Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" in seiner Online-Ausgabe berichtet, befänden sich die Verhandlungen mit den beiden Minderheitsgesellschaftern bereits im fortgeschrittenen Stadium. Die Deutsche Bahn hält 18 Prozent an
Arcor, die Beteiligung der Deutschen Bank liegt bei acht Prozent. Erst im Januar hatten die schleppenden Gespräche nach Monaten wieder
an Fahrt gewonnen, als die Bahn bekanntgab, den Verkaufspreis ihrer Aktienpakete zu senken.
Die Marke "Arcor" soll verschwinden
Laut "Focus" will Vodafone durch die Integration von Arcor und eine einheitliche Netznutzung Millionen von Euro sparen. Bei einer Komplettübernahme wird von der Marke "Arcor" nicht viel übrig bleiben: Dienstleistungen für den Mobilfunk und das Festnetz sollen dann aus einer Hand unter dem Namen Vodafone angeboten werden. Branchenkenner gehen davon aus, dass der Komplettkauf schon im nächsten Jahr abgeschlossen sein kann. In Düsseldorf zeigt man sich zur Stunde noch bedeckt. Auf Anfrage des "Focus" ließ Vodafone-Deutschland-Chef Friedrich Joussen lediglich mitteilen, dass zukünftig ein schnelleres Wachstum bei den DSL-Kunden angestrebt wird.
André Vatter