Freitag, den 15.02.2008 12:51

Abzockermethoden: Der Briefkasten als Kundenfalle

aus dem Bereich Sonstiges
Telefonwerbung hat ein schlechtes Image bekommen. Seit die Verbraucherzentralen deswegen regelmäßig auf die Barrikaden gehen und Bundesjustizministerin Brigitte Zypries bereits eine Gesetzesvorlage zur Eindämmung der Nervanrufe in der Schublade hat, überlegen es sich werbende Unternehmen mittlerweile zwei Mal, bevor sie zum Hörer greifen. Denn eigentlich geht es ja auch anders. Warum sollte man sich die Mühe machen, wenn man potenzielle Kunde selbst zum Anruf bewegen kann? Derzeit macht vor allem eine Firma mit dieser dubiosen Praxis auf sich aufmerksam.

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"Wichtige Tarifinformation"

Die Offenburger TSD Telecom Service Deutschland hinterlässt bundesweit kleine Botschaften in den Briefkästen ahnungsloser Bürger. Auf der korrekt adressierten Postkarte finden sie den Hinweis: "Wir haben zu Ihrem Festnetzanschluss eine Tarifinformation. Bitte rufen Sie uns unter der kostenlosen Rufnummer 0800 – 503 532 XXX an." Die Nummer der vermeintlichen Hotline variiert manchmal leicht – was sich nicht ändert, ist die Papierqualität und die verwendete Schrifttype. Beides erinnert an die Korrespondenz eines bekannten magentafarbenen Telekommunikationsanbieters.

Bei Rückruf: Werbung

Kein Wunder, dass viele die Rufnummer wählen. Doch anstelle einer aufklärenden Unterhaltung, bekommt der Anrufer ein knallhartes Werbegespräch geboten: Man drängt zum Wechsel des Telefonanbieters, immerhin wolle man ja sicherlich sparen. "Ob das tatsächlich stimmt, ist während eines solchen Werbeanrufs nicht zu ermitteln", warnt Evelin Voß von der Verbraucherzentrale Sachsen. "Dazu müsste man seine Telefonrechnungen in Ruhe unter die Lupe nehmen und anhand der angebotenen TSD-Tarife berechnen, ob damit tatsächlich gespart werden kann. Ein solcher Vergleich ist während eines Werbetelefonats schlicht nicht möglich."

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Einladung zum Werbetelefonat. Bild: onlinekosten.de

Vertrag per Empfangsbestätigung abgeschlossen

Bei den Verbraucherzentralen ist TSD Telecom Service Deutschland kein Unbekannter. Bereits vor zwei Jahren fiel das Unternehmen durch besonders dreisten Kundenfang auf. Auch damals kam für viele das Pech per Post: TSD versendete einfach vorausgefüllte Telefonverträge per PostIdent-Verfahren, das normalerweise dazu genutzt wird, um die Identität einer Person festzustellen oder per Post Verträge abzuschließen. Mit dieser "Empfangsbestätigung" hatten die Kunden jedoch gleichzeitig einen Freischaltungsauftrag für einen Preselection-Vertrag unterschrieben.
André Vatter
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