Mit viel Elan war der führende deutsche Pay-TV-Sender
Premiere in das vierte Quartal und das lukrative Weihnachtsgeschäft gestartet. Erfreulich sind die heute vorgelegten Zahlen des Quartalsberichtes allerdings nicht. Konnte das dritte Geschäftsquartal 2007 noch mit einem Plus von immerhin 100.000 Euro abgeschlossen werden, rutschte Premiere im vierten Quartal wieder in die Verlustzone. Trotz gestiegener Umsätze wurde ein Verlust von 23,5 Millionen Euro gemacht.
Operative Kosten gestiegen
Insgesamt macht Premiere im vierten Quartal einen Umsatz in Höhe von 283,6 Millionen Euro. Gegenüber dem gleichen Quartal des Vorjahres bedeutet das ein Plus in Höhe von 16,5 Prozent. Gleichzeitig stiegen aber auch die operativen Kosten um 25 Prozent auf 270,2 Millionen Euro an. Durch den Erwerb einer
Sublizenz vom ehemaligen Bundesliga-Sender arena muss Premiere hohe Lizenzzahlungen für die Übertragungen der Fußball Bundesliga entrichten.
Zu Schaffen machten dem Sender darüber hinaus die vielen Schwarzseher. Das von Premiere derzeit noch genutzte Verschlüsselungssystem Nagravision kann mit illegalen Methoden umgangen werden. Mit so genannten "free-to-air"-Receivern, die im Ausland käuflich zu erwerben sind, ist nach einer Modifikation kostenloser Zugriff auf das Premiere-Programm möglich. In diesem Zusammenhang hat Premiere die Einführung einer
neuen Smartcard-Generation angekündigt, um die Schwarzseher auszuschließen.
Neukundenplus getrieben durch Resale-Kunden
Die Zahl der Netto-Neukunden konnte Premiere um 105.000 auf 4,28 Millionen Ende 2007 steigern. Insgesamt konnte Premiere im vergangenen Jahr knapp 870.000 neue Kunden gewinnen. Premiere frohlockt in einer Unternehmensmitteilung, dass dies der größte Kundenzuwachs innerhalb eines Jahres in der Unternehmensgeschichte sei. Tatsächlich kommt der Großteil der Neukunden, nämlich knapp 630.000, aus dem weniger werthaltigen Bundesliga-Resale-Geschäft. Die Zahl der direkt angeschlossenen Neukunden stieg um gut 240.000 auf insgesamt 3,65 Millionen an.