Helden ballern wild um sich, Blut fließt - solche Szenen sind nicht nur bei Spielfilmen weit verbreitet, sie sind auch Inhalt zahlreicher Computerspiele. Da wundert es nicht, dass Shooter und Co. in Deutschland eine Altersfreigabe erhalten müssen. Seit 14 Jahren prüft die Unterhaltungssofware Selbstkontrolle (USK) PC- und Konsolenspiele auf Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen, die Ende 2007 noch
verschärft wurden. Jetzt hat die Prüfstelle, die von der Spieleindustrie in Eigenregie geleitet wird, ihren Jahresbericht 2007 vorgelegt.
2.807 Titel geprüft
Im vergangenen Jahr nahm die USK 2.807 Spieletitel kritisch unter die Lupe, das sind 200 Titel mehr als im Vorjahr. Dabei machten sich vor allem die
Konsolen zahlenmäßig bemerkbar: Der Anteil der geprüften PC-Spiele (PC und MAC) ging von 46,5 Prozent zurück, Konsolenspiele legten dagegen um fast neun Prozent auf 51,6 Prozent zu. Spiele für die noch relativ frischen Konsolen
Wii,
Xbox 360 und
Playstation 3 machen schon etwa ein Viertel aller geprüften Spiele aus. Nintendos Wii-Konsole verzeichnete dabei die meisten geprüften Spiele. Es folgen die Xbox 360 von Microsoft und
Nintendos DS mit jeweils 9,4 Prozent. Für die Playstation 2 wurden 2007 mit einem Anteil von 7,4 Prozent noch mehr Prüfungen durchgeführt als für die neuerere Playstation 3 (5,1 Prozent). Nahezu bedeutungslos wurden die Xbox und der Gamecube; auch die Zahl der GameBoy Advance Titel schrumpfte um rund drei Viertel auf nur noch 24 Spiele.
Shooter machen nur kleinen Teil aus
Inhaltlich wurden besonders Geschicklichkeitsspiele, Beat’em Ups, Shoot’em Ups und Rennspiele einer detaillierten Prüfung unterzogen. Mit 663 Titeln wurden gegenüber dem Vorjahr 155 Spiele mehr aus diesen Sparten unter die Lupe genommen. Neun Prozent aller geprüften Spiele zielen auf Geschicklichkeit ab. Auf den weiteren Plätzen folgen Spielesammlungen, Simulationen und Shooter. Die
umstrittenen Ego-Shooter machen nur einen Anteil von 3,7 Prozent (104 Spiele) aus. Der Trend geht laut USK zu mehr familienorientierten Games, die sich der Prüfung stellen müssen.
93 Prozent der Spiele unbedenklich
Eine Altersfreigabe für Kinder unter 12 Jahren erhielten 60,1 Prozent, für das Alter zwischen zwölf und 18 Jahren wurden immerhin noch 33,1 Prozent der Videospiele zugelassen. 5,3 Prozent der untersuchten Spiele dürfen nur von Erwachsenen ab 18 Jahren erworben werden. Seit 2003 wurde eine Freigabe für Minderjährige bei 492 Titeln verweigert. Überhaupt keine Kennzeichnung und damit auch keine Zulassung für den Verkauf erhielten davon 149 Spiele.