Microsoft ist scheinbar auf großer
Einkaufstour. Nach dem Übernahmeangebot an
Yahoo wurde jetzt bekannt, dass der Softwarekonzern vor kurzem den amerikanischen Smartphone-Hersteller Danger gekauft hat. Das Unternehmen ist unter anderem bekannt durch den PDA-ähnlichen
Sidekick, der in Deutschland von
T-Mobile vertrieben wird und als Betriebssystem bereits Windows Mobile nutzt.
Von der Erfahrung profitieren
Im Rahmen seiner Keynote auf dem Mobile World Congress im spanischen Barcelona ließ Microsofts Entertainment-Chef Robbie Bach die Bombe platzen. "Mit dem Kauf von Danger profitiert unser Unternehmen von einer fast zehnjährigen Erfahrung mit mobilen Verbrauchern", begründete der Unterhaltungsprofi den Schritt. Demnach soll Dangers Knowhow in puncto Software und mobiler Dienstleistungen künftig mit Microsofts Unterhaltungsangeboten wie dem Multimedia-Player
Zune oder der Spielkonsole
Xbox360 kombiniert werden. Aber auch eigene Produkte sollen in diesem Bereich entwickelt werden.
Seine Zukunft ist ungewiss: der Sidekick LX. Foto: Danger
Windows Mobile soll noch attraktiver werden
Unter anderem soll die lange Erfahrung mit mobilen Dienstleistungsangeboten auch dazu beitragen, dass das Microsoft eigene
Smartphone-Betriebssystem Windows Mobile zukünftig noch attraktiver wird und somit bei immer mehr Mobilfunkherstellern Unterstützung findet.
Von Apple-Mitarbeitern gegründet
Ein amüsanter, aber nicht minder interessanter Aspekt der Firmenübernahme ist die Tatsache, dass Danger vor zehn Jahren von ehemaligen Apple-Mitarbeitern gegründet wurde. Unter ihnen war auch der Hardware-Entwickler Andy Rubin, der derzeit als ehemaliger
Android-Chef (die Firma wurde 1995 von Google gekauft) und Entwickler des gleichnamigen Handy-Betriebssystems samt dem
Google-Phone von sich reden macht. Und damit in direkter Konkurrenz zu Microsofts Windows Mobile-Plattform steht.