Schon bald könnte das mobile Surfen im Internet beziehungsweise das Abrufen von E-Mails für Millionen von Mobilfunknutzern innerhalb der EU-Staaten deutlich günstiger werden. Die 3 Gruppe, der polnische Netzbetreiber Play und die KPN Gruppe, zu der unter anderem auch
E-Plus gehört, haben untereinander eine Deckelung beim Daten-Roaming-Großhandelspreis vereinbart. Sie wollen damit der
Forderung der EU-Kommission nachkommen, die sich in Person von Medien-Kommissarin Viviane Reding wiederholt für deutlich günstigere Konditionen bei grenzüberschreitenden Daten-Verbindungen ausgesprochen hatte.
Neues Preismodell ab 1. März
Ab dem 1. März berechnen die genannten Anbieter untereinander nur noch einen Großhandelspreis in Höhe von 25 Cent pro Megabyte. Er soll zwischen E-Plus in Deutschland, Base in Belgien, KPN in den Niederlanden, Play in Polen sowie den 3-Netzen in Großbritannien, Italien, Irland, Österreich, Schweden und Dänemark gültig sein. Das bedeutet aber (noch) nicht, dass automatisch auch die Endkundenpreise sinken.
Weitere Netzbetreiber sollen folgen
Damit Kunden EU-weit von einer daraus möglichen Senkung der Endverbraucherpreise profitieren können, fordern die bisher fünf Vertragspartner die weiteren Netzbetreiber in Europa auf, ebenfalls ihre Großhandelspreise zu senken. Derzeit liege der durchschnittliche Daten-Roaming-Endpreis bei über fünf Euro pro übertragenem Megabyte.
Vodafone und
o2 hatten zuletzt mit eingeführten
Tages-Flatrates auf die Bedürfnisse der Kunden reagiert.
Stan Miller, Chef von KPN, sagte in einer ersten Stellungnahme: "Diese Vereinbarung ist ein Anfang. Sie erstreckt sich auf zehn Länder. Wir hoffen, dass mehr Anbieter in zusätzlichen Märkten auch diesbezüglich aktiv werden." Christian Salbaing von der 3-Gruppe ergänzt: "Eine einfache und transparente Preisgestaltung im Großhandel wird es dem Wettbewerb ermöglichen, verbraucherfreundlichere Angebote in der EU zu etablieren." Er zeigte sich zugleich überzeugt, dass die Zukunft in "einheitlicheren Flatrate-Modellen bestehen wird."