Nicht nur die Musikindustrie, auch das Bezahlfernsehen leidet unter Produkterschleichung. Doch während die großen Plattenfirmen die Song-Diebe im Internet mittlerweile leicht ermitteln können, kämpft das Pay-TV weiterhin mit anonymen Schwarzsehern. Die einzige Möglichkeit dem zu entgehen, ist die regelmäßige Umstellung des Verschlüsselungssystems.
Premiere zum Beispiel
wechselt dieses alle zwei bis drei Jahre. Nun ist es wieder soweit, wie das Unternehmen am Mittwoch in München ankündigte.
Nicht-Bezahl-Fernsehen boomt
Ein Gutachten des TÜV Rheinland brachte Gewissheit: Das bisherige Verschlüsselungssystem Nagravision der Schweizer Firma Kudelski sei löchrig wie ein Schweizer Käse. Premiere räumte ein, dass "es kriminellen Hackern gelungen ist, mit modifizierten Digital-Receivern Pay-TV-Programme illegal zu empfangen". Doch um Einzelfälle handelt es sich dabei nicht. Wer in der Vergangenheit Bezahlfernsehen ohne zu bezahlen sehen wollte, brauchte nur ins benachbarte Ausland zu fahren, um einen solchen empfangsbereiten Receiver für das eigene Wohnzimmer zu besorgen.
Gute Geschäftsentwicklung trotz Schwarzseher
Premiere reagierte prompt und führt nun zum zweiten Quartal dieses Jahres eine neue Smartcard-Generation ein, mit der die Sicherheitslücken geschlossen werden sollen. Welches Verschlüsselungssystem dabei aber zum Tragen kommt, verriet der Anbieter bisher noch nicht.
Derweil kann das Unternehmen auf ein ungetrübt erfolgreiches Geschäftsjahr 2007 zurück blicken. Mit 984,5 Millionen Euro Umsatz und einem EBITDA, also dem Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen, in Höhe von 83,4 Millionen Euro liegt das Ergebnis nach eigenen Angaben im Rahmen der Erwartungen. Premiere zählte zum Jahresende rund 4,3 Millionen (zahlende) Kunden.