Montag, 04.02.2008 09:31

Google greift Microsoft und Yahoo scharf an

aus dem Bereich Sonstiges
Der Internetgigant Google hat den US-Softwarekonzern Microsoft nach dessen Übernahmeangebot für Yahoo scharf angegriffen. Microsoft wolle seine Dominanz auf dem Heimcomputermarkt nutzen, um zusammen mit Yahoo nun auch im Internet eine vergleichbare Position zu erlangen, schrieb Google-Vizechef David Drummond am Sonntag (Ortszeit) im offiziellen Weblog des Unternehmens aus Mountain View im US-Bundesstaat Kalifornien.

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Mehr als eine Übernahme

"Es geht um mehr als eine finanzielle Transaktion, eine Unternehmensübernahme", betonte Drummond. "Es geht um die grundlegenden Prinzipien des Internets: Offenheit und Innovation", warnte er. Laut Google will Microsoft durch die Übernahme des Internet-Frühstars Yahoo, der zuletzt stark unter der Konkurrenz von Google zu leiden hatte, seine Position auf dem PC-Markt nutzen, um "unangemessenen und unrechtmäßigen Einfluss auf das Internet" zu gewinnen.

Microsofts "Vermächtnis"

Microsoft habe ein "Vermächtnis von schweren rechtlichen und regulatorischen Verstößen", schrieb Drummond mit Blick auf die Verfahren von Wettbewerbsbehörden gegen den Software-Konzern. Microsoft-Jurist Brad Smith hatte zuvor betont, eine Fusion seines Unternehmens mit Yahoo werde einen gesunden Wettbewerb im Internet schaffen. Über die Suchmaschine von Google läuft über die Hälfte der weltweiten Suchanfragen, zudem beherrscht das Unternehmen ein Drittel des Online-Werbemarktes.

Microsoft hatte Yahoo am Freitag ein Übernahmeangebot unterbreitet und für den Konzern 44,6 Milliarden Dollar (rund 30 Milliarden Euro) geboten. Mit der Übernahme hofft Microsoft, dem Konkurrenten Google im Bereich der Internetwerbung ernsthaft zusetzen zu können. Yahoo bezeichnete das Angebot als nicht erwünscht, wollte es aber prüfen. Indes will das US-Magazin Wall Street Journal aus informierten Kreisen erfahren haben, dass Google-Geschäftsführer Eric Schmidt seinem Yahoo-Kollegen Jerry Yang jede Hilfe angeboten haben soll, um die Microsoft-Übernahme abzuwehren.
Aleksandra Leon / afp
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