Freitag, 01.02.2008 20:22

Ausgegoogelt? Microsoft will Yahoo kassieren

aus dem Bereich Sonstiges
Im Kampf um die Vorherrschaft im Internet kündigt sich eine Megafusion an: Der US-Softwareriese Microsoft will das angeschlagene Internetportal Yahoo kaufen. Für die Übernahme bietet der Konzern aus Redmond nach eigenen Angaben knapp 45 Milliarden US-Dollar. Pro Aktie sind das 62 Prozent mehr als zu Börsenschluss am Donnerstag. Yahoo kündigte an, das Angebot zu prüfen. Mit einer Übernahme von Yahoo hofft Microsoft, dem Konkurrenten Google ernsthaft zusetzen zu können.

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Vorteile im Online-Werbemarkt

Microsoft erwartet von dem Zusammengehen der beiden Unternehmen vor allem Vorteile im Online-Werbemarkt. Dieser werde bis 2010 von jetzt 40 Milliarden US-Dollar (knapp 27 Milliarden Euro) auf dann 80 Milliarden US-Dollar steigen, schrieb der Konzern aus Redmond in einem Brief an die Führung von Yahoo. Bislang sei dieser Markt "zunehmend von einem Akteur dominiert", hieß es mit Blick auf Google. Durch eine Zusammenarbeit könnten Microsoft und Yahoo jährlich eine Milliarde US-Dollar einsparen.

Zwei Riesen gegen den Größten

"Wir haben großen Respekt für Yahoo. Zusammen können wir immer spannendere Lösungen für Verbraucher, Inhalteanbieter und Werbekunden bieten", erklärte Microsoft-Chef Steve Ballmer. Gleichzeitig gewännen hierdurch auch die Anteilseigner beider Unternehmen.

Yahoo bezeichnete das Angebot von Microsoft als "nicht erwünscht". Die Führung des Internetunternehmens werde es aber "sorgfältig und rasch" prüfen, hieß es in einer Erklärung der Firmenzentrale im kalifornischen Sunnyvale.

Frühere Annäherung gescheitert

Ein früheres Übernahmeangebot von Microsoft hatte Yahoo im Februar vergangenen Jahres abgelehnt, wie Microsoft erklärte. Jetzt bietet der Konzern 31 US-Dollar pro Aktie, womit Microsoft nach eigenen Angaben bereit ist, insgesamt 44,6 Milliarden US-Dollar zu bezahlen. Im vorbörslichen Handel an der New Yorker Wall Street schossen die Yahoo-Anteile nach Bekanntwerden des Übernahmeangebots um fast 60 Prozent in die Höhe.

Yahoo ist ein früher Star des Internets. Zu Zeiten des ersten Internet-Booms Ende der 90er Jahre, der im Platzen der Internetblase an den internationalen Börsen mündete, ging es mit dem Unternehmen allerdings bergab. Im Juni vergangenen Jahres übernahm wieder Unternehmengründer Jerry Yang die Führung von Yahoo, um den Konzern aus der Krise zu holen. Erst am Dienstag hatte das Unternehmen einen Gewinneinbruch vermeldet und den Abbau von 1.000 Stellen angekündigt.
Aleksandra Leon / afp
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