Oft zahlen Verbraucher zuviel für Dienstleistungen von Mobilfunkanbietern oder auch Energieversorgern. Deshalb plant die EU Kommissarin für den Verbraucherschutz, Meglena Kuneva, die Einführung eines "Consumer Market Watch". Einmal im Jahr wird die Kommission einen Bericht veröffentlichen, der die Preise, Transparenz und Kundenzufriedenheit der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten aufdeckt. Dies teilte der Bundesverband für Verbraucherschutz mit.
Mehr Transparenz
Dass dies trotz des recht guten Wettbewerbs in den europäischen Märkten nötig ist, belegt Kuneva mit Studien: Beispielsweise zahlen 90 Prozent der Portugiesen für ihren Handyvertrag über 100 Euro zuviel im Jahr. Eine andere Studie in Großbritannien belegt, dass 20 bis 32 Prozent der Verbraucher nach einem Stromanbieterwechsel mehr zahlen als beim vorherigen Anbieter. Ein ähnliches Ergebnis brachte auch eine Umfrage auf der IFA. Hier gaben 90 Prozent aller befragten Besucher an, keinen Überblick mehr bei Mobilfunktarifen zu haben.
Benchmark soll vergleichen helfen
Die nationalen Verbraucherschutzverbände werden bei der Umsetzung des "Consumer Market Watch" dabei eine wichtige Rolle spielen. Ein Benchmark der verschiedene Verbände soll vergleichbare Zahlen liefern. Auf deren Grundlage können dann eventuelle Ungereimtheiten in den Märkten entdeckt und abgestellt werden. Ebenso sollen dadurch weniger gute Verbraucherschutzverbände von besseren lernen können.
Der Bundesverband für Verbraucherschutz zeigt sich erfreut über diesen Schritt: Die Fachbereichsleiterin für Wirtschaftsfragen, Cornelia Tausch, begrüßt die Entscheidung ausdrücklich.
Marcel Petritz