Sonntag, 03.02.2008 16:16

Handy-Gespräche im Flugzeug bald möglich?

aus dem Bereich Mobilfunk
"Klappen Sie die die Tabletts hoch und schalten Sie bitte Ihre Mobiltelefone aus." Schon bald könnte dieser Stewardess-Klassiker der Vergangenheit angehören. Nach eigenen Angaben hat das israelische Unternehmen Aerophone ein Kommunikationssystem entwickelt, mit dem Handy-Gespräche auch über den Wolken möglich sein sollen – fernab der GSM-Bodenstationen.

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Picocells machen's möglich

Das Funkmodul für Flugzeuge soll die GSM-Bänder mit 850, 900, 1800 und 1900 Megahertz unterstützen. Möglich macht es der Einsatz so genannter Picocells, Miniatur-GSM-Stationen, die gemeinsam mit Servern und Transceivern die Gespräche zum Telekommunikationssatelliten weiterleiten. Den Einwänden, dass die elektromagnetische Strahlung die sensible Bordelektronik stören könnte, entgegnet Henry Shabat, Geschäftsführer bei Aerophone: "Die Picocells in unmittelbarer Nähe der Passagiere reduzieren die Energieabgabe der eingeloggten Handys automatisch auf ein Minimum".

Schmale Bandbreite

Doch die Bandbreite an Bord ist begrenzt. Sind es bei kleineren Flugzeugen gerade 24 Gespräche, die gleichzeitig vermittelt werden können, sind es in größeren Maschinen dank der Verwendung eines Transceivers rund 95 Simultantelefonate. Wie Shabat einräumt, eigne sich die Bandbreite der Verbindung derzeit lediglich für Gespräche und Kurzmitteilungen: ausgedehnte Handy-Internetausflüge in luftiger Höhe bleiben weiterhin ein Wunschtraum.

Bleibt die Frage nach der Abrechnung. Laut Aerophone brauchen die Nutzer sich nicht zuvor für den Dienst registrieren. Die Verbindungskosten werden über die normale Handy-Rechnung erfasst. Auch ein Preis steht schon fest: Die fliegenden Gespräche sollen pro Minute mit einem Euro zu Buche schlagen.
André Vatter
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