Seitdem die Pläne zur Schließung des Bochumer Nokia-Werkes
bekannt wurden, kocht das Blut im Ruhrgebiet. Jetzt sorgt ein Pressebericht für neuen Wirbel: Der finnische Nokia-Konzern soll im vergangenen Jahr mit der Handy-Produktion in der besagten Produktionsstätte ein Betriebsergebnis von 134 Millionen Euro vor Zinsen erzielt haben.
Gewinnträchtiges Bochum
Damit habe jeder der 1.500 Produktionsmitarbeiter in dem von Schließung bedrohten Werk einen Gewinn von 90.000 Euro erwirtschaftet, berichtete das Wirtschaftsmagazin "Capital" am Mittwoch vorab unter Berufung auf vertrauliche Dokumente. Die deutsche Nokia GmbH mit Standorten in Bochum, Ulm, Düsseldorf, München und Frankfurt am Main schaffte demnach sogar ein Betriebsergebnis nach Zinsen von 246 Millionen Euro - mit Bochum an vorderster Front.
Betriebsinvesitionen blieben aus
Laut "Capital" sollen zudem hohe Rücklagen des Standorts Bochum der Nokia GmbH zusätzlich 70 Millionen Euro Zinsgewinn gebracht haben. Weiter heißt es in dem Bericht, die Bochumer Werksleitung habe mit Investitionen in Höhe von 14 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2008 die Produktionsstätte im Ruhrgebiet so lukrativ und effizient machen wollen wie das Nokia-Werk in Ungarn. Die Konzernzentrale in Finnland habe dies aber abgelehnt.
André Vatter
/ afp