Endlich sickern erste Details über die lang erwartete Neuauflage des Open-Source-Mailers Thunderbird durch. Wie David Ascher, der Leiter der frisch gegründeten Entwicklungsabteilung MailCo, in einer
öffentlichen Mitteilung verlauten lässt, könnte schon bald eine erste Testversion das Licht der Welt erblicken.
Oberstes Ziel: mehr Nutzer
Man plant nichts Geringeres als die globale Expansion des Open-Source-Mailers. Dazu habe MailCo einen Vierpunkteplan aufgesetzt, den man in den nächsten Monaten – spätestens aber bis zum Ende des Jahres – umzusetzen gedenkt. Oberstes Ziel sei zunächst die Gewinnung neuer Nutzer. Zwar bestehe der Anhängerkreis schon bereits jetzt aus "vielen Millionen zufriedener Nutzern", doch Ascher zufolge gibt es da noch Luft nach oben. Der Grund, weshalb so mancher Anwender zögert, läge zum einen an dem Fehlen eines integrierten Terminkalenders, den beispielsweise der Microsoft-Konkurrent Outlook schon seit längerem vorzuweisen hat. Auch zeige die Nachrichtensuchfunktion noch Ausbaupotential. Das soll sich mit der neuen Version ändern.
Update für den Thunderbird 2.0
In einem dritten Punkt räumt Ascher ein, dass der bisherige Quellcode ein wenig Ordnung gebrauchen könnte: Mangelnde Ressourcen hätten in der Vergangenheit so manchen Test verhindert, sodass der Programmgrundlage im jetzigen Zustand nur schlecht neue Erweiterungen zuzumuten sind. In den letzten Monaten wurden Verbesserungsvorschläge gesammelt, weshalb man schon bald in der Lage sei, zunächst erst einmal ein Update für den Thunderbird 2.0 anzubieten.
Auch zum Zeitplan wagt Ascher einige zaghafte Prognosen. Wenn alles so läuft, wie es MailCo geplant hat, soll die Alpha-Phase des Thunderbird 3.0 noch im ersten Quartal des Jahres anlaufen. Eine Beta ohne Kalenderfunktion würde es dann im zweiten Quartal geben, ab dem Sommer soll aber auch diese Lücke geschlossen sein. Spätestens für das vierte Quartal erwartet Ascher die Finalversion, "wobei eine Veröffentlichung immer noch von ihrer Qualität abhängig ist".
André Vatter