Ein kleines Eingabefenster und seitenweise Suchergebnisse. Jahrelang ist diese Kombination das Erfolgsrezept von Google gewesen. Design und Funktion spielten während dieser zeit ein euntergeordnete Rolle. Das soll sich jetzt ändern, verkündet Google, und will mit
vier neuen experimentellen Indizierungsfunktionen die triste Suchroutine ein wenig aufpeppen.
Sortiert nach Zeit und Ort
Da wäre die neue Ansichtsoption für ausgespuckte Suchergebnisse. Diese Funktion erlaubt es, die Einträge nach Kriterien wie Zeit und Ort darstellen zu lassen: Eine Zeitleiste gibt Auskunft über ihre historische Einordnung, alternativ markieren kleine Fähnchen den Standort auf der Google Maps-Landkarte. Die nächste Neuerung besteht aus Keyword-Vorschlägen, die schon während der Eingabe eingeblendet werden: Keine wirkliche Innovation – eher ein überfälliges Feature – denn Konkurrent Yahoo bietet diese Funktion im deutschen Suchportal schon seit einigen Monaten an.
Tasten- und "kontextuelle Suchnavigation"
Zeitleiste - wann war das noch? Bild: Google
Experiment Nummer drei richtet sich an alle mausfaulen Sucher. Dabei kann auf die Nagersteuerung getrost verzichtet werden, denn jetzt springen Nutzer per Tasteneingabe durch die Ergebnislisten – praktisch vor allem für die mobile Suche vom Notebook aus.
Als ebenfalls brauchbar entpuppt sich die "kontextuelle Suchnavigation", wie Google es etwas umständlich ausdrückt. Dabei handelt es sich um zusätzliche Infofenster, die wahlweise auf der rechten oder linken Seite angezeigt werden können. Patente, Produkte oder Nachrichten werden hier nach Gewicht sortiert und verschaffen einen schnellen Überblick über die Relevanzen der Suchergebnisse.
Nutzer können die neuen Features ab sofort einem
Praxistest unterziehen. Google bittet zudem um eine abschließende Wertung. Ob und wann die Funktionen jedoch den experimentellen Status verlassen und fest in den Suchablauf implementiert werden, ist weiterhin unbekannt.
André Vatter