Der finnische Handybauer Nokia will gemeinsam mit deutschen Politikern nach "innovativen Lösungen" für die Zukunft seines Standortes Bochum suchen. Dazu vereinbarten Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo und die Düsseldorfer Landesregierung bei einem Treffen, "sofort ein Arbeitsteam einzusetzen", wie das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium mitteilte. Nokia verhandelt nach Unternehmensangaben mit zwei Interessenten über den Verkauf zweier kleiner Betriebseinheiten seines Bochumer Werkes.
"Wichtiges Gespräch"
Teilnehmer des Gesprächs mit Nokia an einem nicht genannten Ort in Nordrhein-Westfalen waren NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben und der parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Hartmut Schauerte (beide CDU). Nach Angaben des Düsseldorfer Ministeriums werteten die Teilnehmer die Unterredung als "wichtiges Gespräch zwischen Land, Bund und Nokia-Unternehmensleitung, dem weitere folgen müssen".
Beteiligung des Betriebsrats
Bundes- und Landesregierung legten demnach "großen Wert darauf, dass die Unternehmensleitung kurzfristig in ausführliche Gespräche mit dem Betriebsrat eintritt und bereit ist, auch dessen Vorstellungen für den Standort zu erörtern". Die Regierungen in Bund und Land würden "den gesamten Prozess und die Suche nach einer positiven Lösung für Nokia und die Mitarbeiter weiterhin konstruktiv begleiten".
Die Bochumer Nokia-Betriebsratschefin Gisela Achenbach bekräftigte, Ziel bleibe der Erhalt des Standorts Bochum. Dies sei mit NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) und Thoben abgesprochen. "Wir haben ja schon seit vier Jahren kostensparende Maßnahmen mitgemacht und gemeinsam mit dem Arbeitgeber auch an Konzepten gearbeitet", sagte Achenbach dem TV-Sender N24. "Und diese Konzepte liegen vor. Schlicht und einfach möchten wir die Möglichkeit haben, diese Konzepte vorzutragen", forderte die Betriebsratsvorsitzende.