Dienstag, 29.01.2008 14:13

Regierung setzt sich für lokale Domains ein

aus dem Bereich WebHosting
Nach dem im Herbst vergangenen Jahres die Internetbehörde ICANN bereits über die Einführung von weiteren regionalen Top-Level-Domains wie beispielsweise .paris (Paris) oder .nyc (New York City) laut nachgedacht hat und damit als internationale Verwalterin der Internet-Adressräume quasi den Weg für neue Domainendungen freigemacht hat, hat sich auch der Deutsche Bundestag wieder mit dem Thema beschäftigt.

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Lokale Nutzung fördern

Der gemeinsame Antrag von CDU/CSU und SPD ist allerdings nicht neu. Bereits im März letzten Jahres wurde das Papier von den beiden Fraktionen im Bundestag vorgestellt und anschließend in den zuständigen Fachausschüssen diskutiert. In dem Antrag fordern die beiden Parteien die Bundesregierung dazu auf, sich bei der ICANN für deutsche Regional- und Städtedomains wie .bayern, .berlin oder .köln stark zu machen. Jetzt stand das Thema erneut auf der Tagesordnung der Abgeordneten. Für Jörg Tauss (SPD) liegt die Entscheidung für eine Erweiterung des Adressraumes klar auf der Hand. Dies sei nötig, um sowohl die stärkere lokale und regionale Nutzung des Internet zu fördern als auch homogene Märkte und Nutzungsräume schon auf Ebene der Top-Level-Domains sichtbarer und erkennbarer zu machen. "In der Vergangenheit wurden von der ICANN regionale Top-Level-Domains nur für Nationalstaaten zugelassen", so der Abgeordnete. Mit der Einführung von .eu für Europa, .asia für Asien oder .cat für Katalonien seien inzwischen jedoch erste regionale und erfolgreiche Top-Level-Domains geschaffen worden.

Klares Votum für eine Erweiterung

Neben den beiden Koalitionsparteien unterstützt auch die FDP den Antrag. Ablehnung und Kritik kam dagegen von der Links-Fraktion. "Bis heute ist nicht ausreichend nachgewiesen, dass eine Ausweitung des Adressraumes überhaupt notwendig ist", betont Lothar Bisky. Nur einem vorgeblichen Trend folgen zu wollen, sei als Begründung für einen solchen Schritt ein bisschen dünn. "Ein feines und bewährtes Geflecht der bestehenden Domainadressen sollte man nicht mit Hauruck-Methoden zerstören, nur um einem vermeintlichen Trend zu folgen, der zudem in erster Linie durch privatwirtschaftliche Interessensvereinigungen vorangetrieben wird", so der Politiker. Doch die Mehrheit im Bundestag setzte sich durch und befürwortete den Antrag. Wann es die ersten Ergebnisse geben wird, bleibt aber abzuwarten.
Michael Friedrichs
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