Drei, zwei, eins, meine Domain...
ICANN will in Kürze sogenannte Single-Character-Domains und begehrte Top-Level-Domains per Auktion verkaufen. Da der Internetbehörde aber dafür die Erfahrung fehlt, suchen sie derzeit über ihre Internetseite erfahrene Auktionatoren, die ICANN dann mit der Planung und Durchführung der Versteigerung beauftragen will.
Richtlinien fehlen noch
Unter den Hammer sollen bislang zurückgehaltene einstellige
Domains wie a.com oder 1.com kommen. Das Interesse an der Versteigerung und den angebotenen Internetadressen wird erwartungsgemäß riesig sein. "Die technischen Probleme, die früher die Freigabe von einstelligen Domains verhinderten, gibt es seit einiger Zeit nicht mehr", erläutert Richard Wein, Geschäftsführer der österreichischen Domainverwaltung nic.at, die neuen Pläne der Internetverwaltung. Problematisch sei aber, dass es immer noch keine geeigneten Richtlinien für die korrekte Vergabe dieser Domains gebe. Im Gegensatz zu dem .com-Domains müssen im österreichischen (.at) wie auch im deutschen Adressbereich (.de) Internetadressen mindestens drei Stellen aufweisen. Folglich wäre die Registrierung einer Domain wie a.de in Deutschland ohne eine Änderung der Regelung gar nicht möglich.
Kritik an ICANN-Vorgehen
Doch nicht überall stoßen die Pläne der ICANN auf Wohlwollen. So äußerten sich Kritiker bereits skeptisch gegenüber der Vergabe nach rein finanzieller Kaufkraft. ICANN habe schließlich eine Stabilitätsfunktion im Vorfeld zu erfüllen. Desweiteren warnen die Kritiker davor, dass die ICANN-Kasse durch die erwartet hohen Auktionserlöse erneut gut gefüllt werde und sich die Organisation damit einen größeren Spielraum am Domainmarkt verschaffen könnte. Aktuell laufen Bestrebungen, die
Aktivitäten der ICANN künftig zu begrenzen.
Michael Friedrichs