Mit der Entwicklung auf dem Breitbandmarkt zeigt sich Kurth sehr zufrieden. Insbesondere das starke Wachstum der Direktanschluss-Kunden sei vorteilhaft für den Wettbewerb. Das einst boomende Resale-Geschäft, in dem DSL-Anschlüsse der Deutschen Telekom schlicht weiterverkauft werden, stagniere hingegen.
Starkes DSL-Wachstum
Kurth erklärte zudem, Deutschland habe das Wachstum im DSL-Anschlussgeschäft im vergangenen Jahr europaweit angeführt und in der Breitband-Penetration zu anderen EU-Staaten aufgeschlossen. Wünschenswert sei noch, dass auch die Kabelnetzbetreiber stärker in den Breitband-Wettbewerb eingreifen könnten.
Kritisch äußerte sich der Chefregulierer gegen aufkommende Stimmen, die ein Ende der Regulierung auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt fordern. "Wir brauchen Regulierung, wenn missbräuchliche Verhaltensweisen auftauchen." Problematisch seien insbesondere Preis-Kosten-Scheren, da Wettbewerber dann nicht mehr in der Lage wären, die Angebote des Marktbeherrschers nachzubilden.
Datenpreis-Regulierung noch unnötig
Kurth hält darüber hinaus wenig von den Plänen der EU-Medienkommissarin Viviane Reding, die nach dem eingeführten
Roaming-Euro-Tarif auch die mobile Datennutzung regulieren möchte. "Warum müssen wir in einem Datenmarkt, der sich noch entwickeln wird, eine Endkunden-Regulierung durchsetzen?" Kurth hat nach eigenen Worten Bedenken, dass in diesem Bereich eine gewisse Art von Populismus Einzug in die Arbeit der EU halte.
Zudem mahnte er die Einführung einer europäischen Regulierungsbehörde an, die gar keine Entscheidungen treffen dürfe, sondern nur die EU-Kommission berate. Die europäischen Regulierungsbehörden arbeiteten erfolgreich, ist Kurth überzeugt. Deswegen solle nun ein Alternativmodell zu der zentralen europäischen Behörde vorgelegt werden.