Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, ist in diesen Tagen viel unterwegs. Sprach er zu Wochenbeginn noch vor rund 2.000 Teilnehmern auf einer Konferenz zu Energiethemen, fand er am Dienstag den Weg nach Köln. Dort blickte er auf der Euroforum-Konferenz "Telecom Trends" auf eine in seinen Augen erfolgreiche Arbeit seiner Behörde zurück. "Die Dynamik auf dem Telekommunikationsmarkt ist ungebrochen hoch", sagte Kurth.
Ärger mit der TAL
Ebenso nahm Kurth Stellung zu der Problematik rund um die verzögerte Bereitstellung im Bereich der Teilnehmeranschlussleitungen (TAL). Nahezu täglich würden neue Beschwerden von Telekom-Wettbewerbern auf dem Schreibtisch des Regulierungschefs landen. "Wir sind die Opfer unseres Erfolgs", sagt Kurth. Inzwischen würden die Planungsabsprachen rund um die TAL-Bereitstellung, die mit der Telekom vereinbart wurden, in der Nachfrage um ein Vielfaches überschritten.
Lösung in Aussicht
Die 330.000 Teilnehmeranschlussleitungen, die von der Telekom Monat für Monat bereitgestellt werden müssen, reichen laut Kurth in den Augen einiger Marktteilnehmer nicht aus. Auch deswegen sei ein Missbrauchsverfahren gegen die Deutsche Telekom eingeleitet worden. Der einstige Monopolist habe einen Fragenkatalog bereits beantwortet, und Kurth stellte eine zügige, weitere Bearbeitung der Problematik in Aussicht. "Es ist unbefriedigend, wenn man in einem dynamischen Wettbewerb Kunden keinen Anschluss bereitstellen kann".
Gleichzeitig mahnte er die Telekom-Wettbewerber zur Besonnenheit. Wer eine TAL bestelle, die er gar nicht nutze, müsse damit rechnen, Ausgleichszahlungen leisten zu müssen.