Die Deutsche Bahn will sich, wie von onlinekosten.de
berichtet, von ihrer 18 Prozent großen Beteiligung am Festnetz- und DSL-Anbieter
Arcor trennen. Das Aktienpaket soll zu einem möglichst hohen Preis abgestoßen werden. Mit Arcor-Mehrheitsgesellschafter Vodafone wurden bereits 2007 dazu Verkaufsgespräche geführt, die jedoch ins Stocken geraten waren, da
Vodafone die Preisvorstellungen der Bahn in Höhe von rund 650 Millionen zurückwies.
Bahn wieder gesprächsbereit
Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD) rückt die Bahn nun angeblich von ihrer harten Haltung ab und ist beim Verkaufspreis kompromissbereit. Der ursprünglich angepeilte Verkaufspreis sollte mit einem Koppelgeschäft verbunden sein, bei dem die Bahn sich als größter Arcor-Kunde verpflichtet hätte, für mehrere Jahre Telekommunikationsdienstleistungen bei Arcor einzukaufen.
500 Millionen Euro Verkaufserlös
Diese Koppelung soll nun wegfallen, sodass der Verkaufspreis entsprechend niedriger ausfallen köpnnte. Vodafone hatte bisher rund 400 Millionen Euro für die Arcor-Anteile der Bahn geboten, doch dürfte es für die Bahn dann doch noch ein wenig mehr sein. Bahn-Vorstand Diethelm Sack denkt an einen Verkaufserlös von rund 500 Millionen Euro. Laut einem Branchenkenner könnte eine Entscheidung schon in den nächsten Wochen fallen. Neben der Bahn besitzt aber auch die Deutsche Bank noch einen 8-prozentigen Anteil an Arcor.
Branchenkenner vermuten, dass Vodafone Arcor durch die komplette Übernahme noch enger einbinden und quasi zur deutschen Festnetzsparte des Unternehmens umgestalten könnte. Solche
Planspiele gibt es bei Vodafone schon länger. DSL-Anschlüsse werden bereits seit
September 2006 von Vodafone und Arcor gemeinsam angeboten. Vodafone selbst will rund zwei Milliarden Euro in den Aufbau eines schnellen Glasfasernetzes investieren, um zum Marktführer Deutsche Telekom aufschliessen zu können.