Glaubt man den Vorhersagen zur CeBIT wird 2008 das
Jahr der mobilen Daten-Flatrates. Neue Pauschaltarife locken die Handy-Kunden scharenweise ins Netz, wo sie surfen, Mails schreiben, Musik kaufen – und mit ihren Freunden chatten. Zumindest bei letztem scheint es sich um einen unumkehrbaren Trend zu handeln. Das zeigt eine neue
Studie des Marktforschungsinstituts Forrester, das dem mobilem
Instant-Messaging (IM) bis 2013 eine immer größer werdende Verbreitungsquote bescheinigt.
80 Millionen Nutzer in Europa
Forrester errechnete, dass die Zahl der europäischen IM-Teilnehmer von derzeit 26,7 Millionen innerhalb der nächsten fünf Jahre auf 80 Millionen anwachsen wird – rund 24 Prozent aller Handy-Nutzer sind dann Abonnenten eines entsprechenden Dienstes. Die Prognose stützt sich auf eine Umfrage unter 22.000 Verbrauchern in sieben EU-Staaten, darunter Deutschland, Schweden und Großbritannien.
Wachstumsbremse Kurzmitteilung
Bereits seit drei Jahren stehen in diesen Ländern IM-Dienste zur Verfügung. Den Grund für die bisher eher schleppende Entwicklung sehen die Analysten in der Angst der Netzbetreiber vor Einbußen im SMS-Geschäft. Mobiles Chatten steht in direkter Konkurrenz zur Kurzmitteilung. Dennoch: "Die Vertrautheit jugendlicher Verbraucher mit dem PC-basierten Instant-Messaging und die wachsende Anzahl von IM-fähigen Mobiltelefonen, die auf den Markt kommen, wird den Einsatz vorantreiben", sagt Forrester-Analyst Niek Van.
Laut der Studie werden im Jahr 2013 die beiden Länder Schweden und Großbritannien beim Einsatz von mobilem IM mit jeweils 35 und 31 Prozent an Abonnenten führend sein. Tatsächlich entdeckte Forrester ein Nord-Süd-Gefälle, nach dem IM-Dienste im Norden mit bis zu 28 Prozent die SMS komplett ablösen werden. Im Süden, in Spanien etwa, wird der Handy-Chat lediglich 13 Prozent des SMS-Verkehrs ersetzen.
André Vatter