Ein Profil bei Myspace, ein Konto bei Flickr, der E-Mail-Account bei Googlemail, die Youtube-Mitgliedschaft und das Käuferkonto bei Amazon.de – der Internetnutzer von heute muss eine Reihe Buchstaben und Zahlen seiner diversen Zugangsdaten im Kopf haben. Schon seit ein paar Jahren feilt ein Stiftung an der Lösung des Problems: "OpenID" will dem Nutzer verschiedener Plattformen zu einer einzigen Online-Identität verhelfen – mit demselben Benutzernamen und Passwort. Der Durchbruch könnte jetzt geschafft sein, denn Yahoo hat angekündigt, die 248 Millionen Konten seiner Mitglieder in einer öffentlichen Beta auf OpenID 2.0 umzustellen.
Nur noch eine Netzidentität
Am 30. Januar geht es los. Dann stellt Yahoo den Nutzern das neue Authentifizierungsverfahren zur Verfügung, das ihnen zudem Zugriff auf
450 registrierungspflichtige Websites, Blogs und Communities gibt. Alternativ können sich die Nutzer weiterhin mit ihrer Yahoo-ID anmelden. "Indem wir OpenID unterstützen, geben wir unseren Mitgliedern die Freiheit, ihre Yahoo-ID sowohl in unseren als auch anderen Netzwerken zu benutzen", sagt stellvertretende Vorsitzende Ash Patel. Für einen reibungslose Übergangsphase hat Yahoo eine
Infoseite über OpenID eingerichtet.
Viele Seiten - eine Netzwerkidentität. Bild: OpenID Foundation
Offene Standards im Kommen
Durch Yahoos Beteiligung wird die Anzahl registrierter OpenID-Konten auf einem Schlag verdreifacht – doch Yahoo ist nicht das erste Unternehmen, das auf den offenen und plattformübergreifende Standard setzt. Schon seit einiger Zeit setzt Google im Zuge seines
OpenSocial-Projekts auch bei dem Tagebuchdienst Blogger.com auf OpenID – wenn auch auf die ältere Version 1.1.
André Vatter