Das Internet, dein Freund und Helfer – das gilt besonders für Behinderte, denen der Cyberspace das Tor zur Welt öffnet, die ihnen sonst verschlossen oder zumindest schwer zugänglich bleibt. Barrierefrei heißt daher das Zauberwort für professionelle Websites: Gemeint ist, Internet-Inhalte so zu gestalten, dass jeder sie lesen und nutzen kann.
Ob sich die Macher des Web 2.0 dafür engagieren, dass ihre Angebote auch tatsächlich für jeden zugänglich sind, interessierte die
Aktion Mensch und die
Stiftung digitale Chancen. Sie haben daher eine
Online-Umfrage auf der Website "Einfach für alle" gestartet. Menschen mit Behinderungen können bis Anfang Februar ihre Probleme im Web 2.0 angeben. Die Erhebung soll helfen, bestehende Barrieren im "Mitmach-Internet" zu beseitigen. Die Erkenntnisse werden im Mai im Rahmen eines Fachkongresses zeitgleich mit dem Startschuss für den BIENE-Preis 2008 vorgestellt.
"Durch die Umfrage haben Nutzerinnen und Nutzer mit Behinderung erstmals die Möglichkeit, sich direkt zum Thema Web 2.0 zu äußern", erklärt Aktion-Mensch-Mitarbeiterin Iris Cornelssen im Einführungstext. "So kommen wir zu aussagekräftigen Ergebnissen, die allen Menschen nutzen."
Barrierefrei als Qualitätsstandard
Die Initiative "Einfach für Alle" wurde 2000 von der Aktion Mensch gestartet. Sie richtet sich an Anbieter von Internetseiten und Agenturen, die überzeugt werden sollen, dass auch sie von barrierefreiem Internet profitieren. Denn Websites, die für Braillezeile und Screenreader zugänglich sind, können schnell geladen werden und sind auch über Handy, PDA oder Auto-Bordcomputer erreichbar.
Seit 2003 prämieren die Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen die besten barrierefreien deutschsprachigen Internetangebote mit dem BIENE-Preis. Teilnehmen können Betreiber und Gestalter deutschsprachiger Web-Angebote.
Die wesentlichen Kriterien für barrierefreies Webdesign sind seit 2002 in der
Barrierefreien Informationstechnik-Verordnung (BITV) festgelegt.