Der finnische Handybauer Nokia hält an der
Schließung des Werkes in Bochum fest. "Wir haben die Lage sehr gründlich analysiert, und die Entscheidung basiert auf Fakten", sagte Nokia-Sprecherin Arja Suominen in Helsinki. Ziel des Konzerns sei nun, die Gespräche über den Sozialplan zu beginnen.
Gesprächsbereitschaft signalisiert
"Natürlich sind wir bereit, mit allen Betroffenen zu sprechen, auch mit der Bundesregierung", fügte die Sprecherin hinzu. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) will die angekündigte Schließung Werks in Bochum durch direkte Gespräche mit der Konzernleitung abwenden.
Nokia hat nach Angaben der Sprecherin für einen Zeitraum von rund zehn Jahren 55,5 Millionen Euro Subventionen vom Land Nordrhein-Westfalen und zehn Millionen aus Mitteln des Bundes für Forschung und Entwicklung bekommen.
Veränderungen im Betrieb?
Um die geplante Schließung des Bochumer Werks zu verhindern, wollten Landesregierung, Vertreter der Landtagsparteien, die Stadt Bochum sowie der Betriebsrat in den kommenden Tagen eng zusammenarbeiten, sagte Rüttgers im ZDF. Der Geschäftsleitung des finnischen Mobilfunkunternehmens sollten notwendige Veränderungen im Betrieb, bei der Produktion und bei der Arbeitsweise der Mitarbeiter vorgeschlagen werden.
Zugleich betonte der Ministerpräsident: "Bisher hat es keinen nachvollziehbaren Grund gegeben, warum diese Schließung erforderlich ist." Die Löhne machten nach Angaben von Nokia gerade mal fünf Prozent der Kosten eines Mobiltelefons aus.
In der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" warnte Rüttgers Nokia vor langfristigen Folgen einer Werksschließung in Bochum. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Unternehmen, das weltweit tätig ist und auch künftig auf dem deutschen Markt seine Produkte verkaufen will, bereit ist, einen Imageschaden hinzunehmen." Das Mobilfunkunternehmen solle bedenken, "was das für Folgen - auch wirtschaftlich - haben könnte", unterstrich der CDU-Politiker.