Wie das amerikanische Unternehmen
Sun Microsystems jetzt erst bekannt gab, hat der Konzern zum Jahresbeginn den Datenbankanbieter
MySQL übernommen und dafür nach eigenen Angaben eine Milliarde US-Dollar (rund 680 Millionen Euro) auf den Tisch des Open-Source-Spezialisten gelegt.
Marktstellung ausbauen
Demnach wird Sun 800 Millionen US-Dollar in bar für den Datenbankspezialisten bezahlen und den Rest in Aktienoptionen vergüten. Martin Mickos, der bisherige Chef von MySQL, wird im Unternehmen bleiben und in den Führungskreis von Sun Microsystems aufrücken. Noch im vergangenen Jahr hatte der Datenbank-Hersteller Pläne über einen Börsengang angekündigt. Doch daraus wird jetzt wohl nichts mehr.
Über den offiziellen Übernahmegrund hüllt sich das Unternehmen bislang in Schweigen. Allerdings schreibt der Sun-Boss Jonathan Schwarz in seinem Internet-Blog, dass sein Unternehmen mit der Akquise seine Marktstellung in LAMP-Systemen (eine Software-Umgebung, in deren Rahmen dynamische Web-Seiten und -Anwendungen entwickelt werden können) ausbauen und die Open-Source-Software MySQL in neuen Bereichen etablieren will. Mehr Details wollte Schwarz an dieser Stelle nicht verraten.
Klares Bekenntnis zu Open-Source
Die von MySQL hergestellte gleichnamige Open-Source-Software ist weltweit eines der beliebtesten Datenbank-Management-Systeme und wurde laut Unternehmens-Webseite bereits mehr als 100 Millionen Mal heruntergeladen. Es gibt sowohl Versionen für
Linux, als auch für eine Vielzahl anderer Betriebssysteme wie
Windows und
Mac OS X. Anwender schätzen nicht nur die Schnelligkeit und Ressourcenfreundlichkeit von MySQL, sondern auf die freie Verfügbarkeit (unter der "General Public License") der Software. Wer dennoch Unterstützung bei der Entwicklung seiner Datenbanklösung benötigen sollte, dem steht eine kommerzielle Variante der Software zur Verfügung. Daran solle sich auch nach der Übernahme nichts ändern, heißt es aus Sun-Unternehmenskreisen. Beobachter deuten dies als klares Bekenntnis für das Open-Source-Modell. Sun vertreibt unter anderem seit ein paar Jahren auch das freie
OpenOffice-Paket.