Stellen Sie sich vor: Sie öffnen Ihre Wohnungstür, um mal eben zum Briefkasten zu schlurfen. Der wird jedoch von Räubern, Betrügern und Vandalen regelrecht belagert. Würden Sie sich noch trauen, Ihre Post zu holen? Was uns im analogen Leben glücklicherweise erspart bleibt, ist im Internet heute gang und gäbe. Die virtuelle Briefabholung wird zunehmend zum gefährlichen Spießrutenlauf. Auch im Jahr 2007 ist die Zahl der Schadprogramme wieder exorbitant in die Höhe geschnellt, wie jetzt die Sicherheitsexperten von Panda Security in ihrem Jahresüberblick feststellen. Demnach können sich die Internetnutzer auch in 2008 wieder auf massenhaft Schädlinge gefasst machen.
Massenware und Globalisierung
Um satte 800 Prozent ist die Zahl der Malware im Vergleich zum Vorjahr nach oben geschnellt. Im Jahr 2007 gab es rund zwei Millionen neue Schadprogramme. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 lag die Gesamtzahl noch bei 1.000 Exemplaren, im Jahr 2006 waren es bereits mehr als 200.000 neue Malware-Muster. Aber Abwechslung beim Schädlingstyp ist nicht alles, auch die Art der Bedrohungen hat sich gewandelt. In den vergangenen Jahren waren es noch aufmerksamkeitsstarke Massenepidemien, wie der zu trauriger Berühmtheit gelangte "I-Love-You-Virus", die für Horror im Postfach sorgten. Heute sind es die stillen, klammheimlichen Attacken länderübergreifend agierender Organisationen, die Internet-Nutzer bedrohen. Beliebt sind unter Internet-Kriminellen vor allem betrügerische Online-Bankgeschäfte, Identitätsdiebstahl und Datenerpressung. Auch fürs neue Jahr erwartet Panda Security hier einen weiteren Anstieg.
"Ungeheuer profitabel"
"Mit der Online-Kriminalität hat sich für Betrüger ein Geschäftszweig eröffnet, der leider ungeheuer profitabel und vielfältig ist", heißt es von den Schädlingsbekämpfern bei Panda Security. So werden sich die Internet-Gangster wohl auch für 2008 wieder neue Betrugsvarianten einfallen lassen. Neben den bekannten Szenarien warnen die Profis von der Virenjägerfront fürs neue Jahr vor vermehrten Bedrohungen neuer, noch nicht massiv anvisierte Plattformen und Betriebssysteme, wie Mac-Systemen, VoIP-Services und mobilen Endgeräten, wie dem iPhone. Bereits im vergangenen Jahr sei beispielsweise eine gefälschte iPhone-Website aufgetaucht, die dem Original zum Verwechseln ähnlich sah.
Darüber hinaus erwartet Panda Security einen massiven Anstieg im Lager der Trojanischen Pferde, die für den Einsatz in sozialen Netzwerken, wie MySpace oder Facebook konzipiert wurden. Auch Online-Spiele werden vermehrt Betrüger anziehen, die Zugangsdaten und Spiele-Accounts entwenden, um die illegal erworbenen Spielgüter in Foren und Auktionshäusern in echtes Bares zu verwandeln.