Auch in Zukunft wird das klassische Festnetz nicht komplett durch Mobilfunk- und IP-Lösungen abgelöst. Davon ist zumindest Arcor-Chef Harald Stöber überzeugt. In einem Interview mit der "Rheinischen Post" sagte er: "Der Festnetzanschluss wird wegen seiner Bandbreite nicht wegfallen. Er garantiert die permanente Erreichbarkeit, ist zuverlässig und kann den notwendigen Bandbreitenbedarf in den kommenden Jahren decken. Das werden Mobilfunknetze oder
UMTS in dem Maße nicht schaffen."
Investitionen für die Zukunft
Stöber prognostiziert, dass Ende dieses Jahres DSL-Anschlüsse mit zwei Megabit pro Sekunde (Mbit/s) Standard sein werden. "In zehn Jahren werden es 16 Megabit sein, damit Kunden alle Anwendungen einwandfrei nutzen können", sagte Stöber. Benötigt werde eine solche Bandbreite nicht nur für IPTV, sondern auch für das bandbreitenintensive Surfen. Videos komme in Zukunft eine immer stärke Bedeutung zu. "Wir werden das Geschäftsfeld massiv ausbauen, damit wir bereit sind, wenn es richtig boomt", so Stöber.
Dass breitbandigen Internetzugängen die Zukunft gehört, ist sicher. Einen weiteren Preisfall wie in den zurückliegenden Monaten wird es aber nicht mehr geben. Davon ist auch der Stöber überzeug. "Die Preise werden nicht mehr so stark fallen. Allerdings kommen immer mehr Anwendungen hinzu." Auf die Arbeit der Bundesnetzagentur und die damit zusammenhängende Marktregulierung will der Arcor-Boss nicht verzichten. "Ich glaube, dass dieses Konstrukt noch einige Jahre Bestand haben muss, insbesondere bei der so genannten letzten Meile zum Kunden, weil es da keinen Wettbewerb gibt."
Künftig möchte Arcor nicht nur
20 Prozent der Breitband-Neukunden gewinnen, sondern auch durch besseren Service punkten. "Noch rechnen wir das durch, aber denkbar ist für 2008, dass wir rund 20 Prozent der nahezu hundertprozentig ausgelagerten Call Center-Dienstleistungen wieder integrieren", so der Arcor-Chef.
Einfachere DSL-Installation angekündigt
Für die CeBIT kündigte Stöber eine Lösung an, die den WLAN-Router automatisch mit dem Rechner des Kunden synchronisiert. Komplizierte Einrichtungen sollen dadurch entfallen. Bereits im Juli vergangenen Jahres hatte Tele2 einen
Router vorgestellt, der ohne Benutzername und Passwort auskommt und so besonders leicht in Betrieb zu nehmen ist.