Die
Deutsche Telekom wird aktiv: Sie erweitert das vielfach kritisierte TAL-Nadelöhr für Breitbandanschlüsse und ermöglicht Providerwechlsern eine zügigere Versorgung mit schnellen
DSL-Verbindungen. Der ehemalige Monopolist hat die Anzahl der monatlich möglichen TAL-Umschaltungen im Vergleich zum Vorjahr um 50.000 aufgestockt. "Wir haben bereits eine Kapazität von über 300.000", freut sich Telekom-Vorstandsmitglied Timotheus Höttges einer dpa-Meldung zufolge. Das Unternehmen stellt die Teilnehmeranschlussleitung (TAL, "Letzte Meile") zur Verfügung. Sie bildet den direkten Zugang zu den Verbrauchern.
Regulierer machte Druck
Die
Bundesnetzagentur hat mit Nachdruck
gefordert, dass die Telekom die Kapazitäten deutlich erhöhen muss, um wechselwillige Kunden besser versorgen zu können. Wie die Pressestelle auf Anfrage mitteilte, habe man sich bereits im Dezember vergangenen Jahres mit der Telekom auf mindestens 333.000 pro Monat geeinigt. Höttges gibt sich angesichts der bereits erzielten Fortschritte zuversichtlich, die Regulierungsbehörde nicht zu enttäuschen. Obwohl voraussichtlich zuzüglich zu diesem Standard der aufgestaute Überhang abgebaut werden muss.
Der Kundenansturm auf Breitbandanschlüsse hat im vergangenen Jahr zu Engpässen bei der Telekom geführt. Der Bonner Konzern hat neun Jahre nach dem Fall des Telefondienst-Monopols in Deutschland immer noch die Hand auf der "Letzten Meile" und muss dem Mitbewerber den Telefonanschluss im Falle eines Providerwechsels bereitstellen. Die Konkurrenz sah sich durch die Verzögerung vorsätzlich behindert und ging entsprechend
auf die Barrikaden. Die Bundesnetzagentur hat inzwischen ein Missbrauchsverfahren eingeleitet. Unter anderem soll dabei ans Licht kommen, wieviel Aufträge tatsächlich im Engpasstunnel steckengeblieben sind.
Dorothee Monreal