Dem Internet der zweiten Generation wird Schnelllebigkeit und Dynamik nachgesagt, in der Praxis erweist sich das
Web 2.0 aber immer häufiger als digitales Wartezimmer. Zu diesem Ergebnis kam WatchMouse. Der niederländische Website-Prüfer knöpfte sich die populärsten
Social-Networking-Angebote im Netz vor, darunter Last.fm, Facebook, Friendster, Myspace, Flickr und StudiVZ. Das Ergebnis der breit angelegten Studie: Ihre Nutzer sollten viel Zeit mitbringen.
Facebook ist der größte Zeitdieb
Die Maßeinheit, in der die Schnelligkeit einer Website errechnet wird, schlüsselt WatchMouse nach dem Site Performance Index (SPI) auf. Ausschlaggebende Kriterien sind dabei Verfügbarkeit und Schnelligkeit der überprüften Angebote. Ein Leistungsindex von 500 Punkten weist eine ordentliche Geschwindigkeit aus, 1.000 Punkte sind tolerierbar, ab 1.500 kann man schon einmal die Kaffeemaschine anstellen.
Laut WatchMouse schafften es lediglich ein halbes Dutzend der
getesteten Angebote unter der 500-Punkte-Grenze zu bleiben. Bestes Ergebnis lieferte hier Faceparty mit 303 Punkten, StudiVZ landete mit 465 auf dem sechsten Platz. Das war es aber auch schon mit den guten Nachrichten. Flickr ließ mit 804 Punkten schon länger auf sich warten, gefolgt von Myspace (923 Punkte) und Last.fm (1837 Punkte). Als größten Web 2.0-Zeitdieb ermittelte WatchMouse Facebook – mit 6629 Punkten.
Langsam trotz ausgereifter Technik
Dieses Ergebnis ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass die meisten der Betreiber mittlerweile auf eine Datenübertragung per Ajax umgesattelt haben. Da bei dem Verfahren dynamische Teile der Website nicht sofort, sondern erst bei Gebrauch sukzessive nachgeladen werden, sollte es ursprünglich den Websites zu höherer Geschwindigkeit verhelfen. "Es ist interessant zu sehen, dass gerade sehr beliebte Networking-Websites eine so schlechte Leistung aufweisen", fasst Mark Pors, CTO von WatchMouse, das Ergebnis der Studie zusammen. "Es überrascht, dass sie trotz ihres schlechten Leistungsangebots noch so viele Fans haben. Fürs Erste werden die Websites eine Menge Arbeit haben, um ihre Popularität nicht einzubüßen und ihre Leistungsfähigkeit zu erhöhen."