Sie stehen auf Deutschlands Kommoden, französischen Sideboards und auf englischen Kaminsimsen: Die digitalen Bilderrahmen haben Europa in Windeseile erobert. Allein im letzten Jahr gingen 2,9 Millionen von ihnen über den Ladentisch – und bescherten den Herstellern einen Gesamtumsatz von rund 357 Millionen Euro. Das fand das Marktforschungsinstitut Interconnection Consulting in einer aktuellen Studie heraus. Demnach sei der Markt für "Foto, wechsel dich!"-Rahmen noch lange nicht erschöpft – die Analysten prophezeien einen Absatz von 19,2 Millionen Stück im Jahr 2011.
Größere Geräte immer gefragter
Mehr als die Hälfte aller im letzten Jahr verkauften Rahmen waren 7-Zoll-Geräte, der Trend geht Interconnection Consulting zufolge jedoch eindeutig zu größeren Formaten. Ebenfalls auf dem Vormarsch befinden sich die so genannten Wireless-Modelle, also Fotorahmen, die kabellos mit neuem Fotofutter versorgt werden können. Zudem interessieren sich Kunden vornehmlich für batteriebetriebene Bilderrahmen. In drei Jahren sollen dank der Weiterentwicklung der energiesparenden OLED-Technologie sieben von zehn verkauften Bilderrahmen mit einem Akku ausgestattet sein.
Die Preise bleiben – vorerst – stabil
Teure LCD-Panels.
Bild: PhilipsWen bisher die hohen Anschaffungskosten der Rahmen vor einem Kauf abschreckten und wer hoffte, dass sich das in Zukunft ändern wird, könnte Recht behalten. Die Analysten errechneten einen Preisverfall von 34 Prozent innerhalb der nächsten vier Jahre – allerdings wird sich in diesen und im kommenden Jahr noch wenig am Preis ändern. Schuld daran seien die hohen Herstellungsaufwendungen für LCD-Panels, die rund 75 Prozent der Kosten eines Bilderrahmens ausmachen. Auch würden Navigationsgeräte und mobile Spielekonsolen die Nachfrage nach den elektronischen Displays derzeit in die Höhe treiben.
André Vatter