Mit dem Slogan "Das ist der letzte Schrei!" hatte die Discounter-Kette Penny in Österreich am 21. Dezember den Startschuss für den
Verkauf des iPhones gegeben. 799 Euro sollte es kosten – für alle Netze frei geschaltet und ohne Vertragsbindung. Ein verlockendes Angebot, wie viele Verbraucher in der Alpenrepublik meinten: Immerhin ist der Bezug eines Apple-Handys im Nachbarland Deutschland selbst nach der chaotischen Einführungsphase nur mit viel Geduld zu bewerkstelligen. Doch scheinbar hieß auch bei vielen Penny-Kunden nun kurz nach dem Auspacken der Ware: Das ist tatsächlich der letzte Schrei!
Nur "genehmigte SIM-Karten"
Wie die Redaktion von onlinekosten.de durch Leserbriefe erfuhr, handelt es sich bei dem österreichischen iPhone um ein tückisches Stück Technik. Trotz vorheriger Versicherung des Discounters, dass das Gerät in jedem Netz nutzbar sei, verweigerte das iPhone bei SIM-Karten der Mobilfunkanbieter ONE und 3 (Drei) partout seinen Dienst. Stattdessen verrät ein Hinweis auf dem Display: "Falsche Sim-Karte. Dieses iPhone darf nur mit einer genehmigten SIM-Karte benutzt werden." Für den österreichischen Mobilfunkmarkt scheint das Handy nicht gemacht zu sein.
Gecrackter US-Import?
Auch ein genauer Blick auf den Lieferumfang nährt die Annahme, dass es sich bei dem Penny-Angebot tatsächlich um einen
gecrackten US-Import handelt. Eine deutsche Bedienungsanleitung? Leider Fehlanzeige. Stattdessen liegt dem Handy der schriftliche Rat bei, sich ein deutschsprachiges Hilfedokument auf den Apple-Seiten herunter zu laden. Gleichzeitig wird in dem Schreiben davor gewarnt, ein Update durchzuführen, da sonst die Telefonsperre in Kraft tritt.
Ein Leser des Branchendienstes mac-essentials.de verrät noch mehr Details über die Luxus-Mogelpackung aus dem Supermarkt: Auf der Unterseite der Verpackung sei das Logo des amerikanischen Exklusivanbieters AT&T zu sehen. Zudem sollen die Pakete zuvor geöffnet worden seien: Bei vielen iPhones sei "die Schutzfolie dilletantisch wieder draufgeklebt" worden, nachdem sie scheinbar zuvor manuell per Jailbreak entsperrt worden waren.
Geräterückgabe möglich
Penny Österreich war bisher für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Wie uns die Leser mitteilten, sei man in den Filialen jedoch sehr kulant mit den Reklamationen umgegangen. Fast alle Kunden haben ihr Geld zurückbekommen. Nun hat der Discounter auch seine Produktbeschreibung im Internet korrigiert. Jetzt heißt es: Für alle Netze freigeschaltet - außer ONE und 3 (Drei)!
Update: Erste Reaktion von Penny Österreich
Mittlerweile ist ein erstes Statement des Discounters bei onlinekosten.de eingetroffen. Eine Sprecherin teilte der Redaktion auf Anfrage mit: "Wir kaufen die iPhones offiziell am freien Markt. Wir bitten um Verständnis, dass wir nicht bekannt geben können, woher die Geräte stammen. Jedoch sind alle Geräte, die bei Penny erhältlich sind, neu, ungebraucht und in bestem Zustand. Es handelt sich hierbei um freigeschaltete Handys, die problemlos mit allen Netzen Österreichs verwendbar sind. Sollten Ausnahmen wie die von Ihnen genannte vorkommen, nehmen wir das Gerät natürlich anstandslos zurück."