Jerry Bruckheimer ist ein Blockbuster-Garant: In den achtziger Jahren produzierte er Filmhits wie Top Gun und Beverly Hills Cop, in den Neunzigern kamen weitere Kassenerfolge wie The Rock und Armegeddon hinzu. Spätestens seit Fluch der Karibik und der Erfolgs-Serie C.S.I. ist sein Namen untrennbar mit Hollywood verbunden. Deshalb horchten gestern auch weltweit Beobachter auf, als Bruckheimer verkündete, von nun an werde er auch Computerspiele entwerfen – und zwar gemeinsam mit dem Musikkanal MTV.
Genre neu erfinden
Dazu wollen beide Parteien ein "Gaming-Labor" errichten, wie die New York Times vermeldet. Die Viacom-Tochter MTV hatte bereits im August angekündigt, innerhalb der nächsten zwei Jahre rund 500 Millionen US-Dollar in die Unterhaltungsabteilung zu investieren. Dementsprechend hoch sind die Erwartungen auf Seiten des Musiksenders: "Bruckheimer scheint in der Lage zu sein, Genres neu zu erfinden. Wir hoffen alle, dass er dies auch in der Welt der Videospiele schafft", sagte Bob Picunko, Vizepräsident bei MTVs Abteilung für elektronische Spiele und interaktive Produkte. Bruckheimer gibt sich zuversichtlich: "Es ist schon ziemlich spannend, was gerade in diesem Bereich passiert", wird der Produzent zitiert.
Computerspiele: Top-Trend bei Top-Regisseuren
Über den Gegenstand des ersten Spiels aus der Feder Bruckheimers wurde nichts weiter bekannt, er versicherte aber, dass das Spiel seine bisherige Film- und Fernseharbeit widerspiegeln würde. Bruckheimer ist nicht der erste Hollywood-Produzent, der sich in der Game-Industrie ein zweites Standbein schafft. Auch Stephen Spielberg und "Herr der Ringe"-Regisseur Peter Jackson stehen mittlerweile bei diversen Spieleschmieden unter Vertrag.
André Vatter