Montag, 17.12.2007 11:31

Ortung: WLAN soll GPS in Innenstädten ablösen

aus dem Bereich Sonstiges
Als Ende der 80er, Mitte der 90er Jahre das Global Positioning System (GPS) für den zivilen Gebrauch freigegeben wurde, profitierten davon nicht nur die Schiff- und Luftfahrt, sondern auch Autofahrer aus aller Welt. Mittlerweile verfügen viele Kfz-Besitzer über ein eigenes Navigationsgerät, das auf GPS basiert. Doch schon bei einer Tunneldurchfahrt merken viele von ihnen: Es gibt da ein Problem, die satellitengestützte Ortungsfunktion versagt in geschlossenen Räumen.

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WLAN-Infrastruktur nutzen

Schon seit einiger Zeit arbeiten die Forscher des Fraunhofer Instituts daher an einer Indoor-Lösung für Lokalisierungen. Die neue Technik soll ihr Hauptanwendungsgebiet in der urbanen Ortung finden. Dazu entwickelte das Institut ein System, das verfügbare WLAN-Sender in Gebäuden nutzt und dennoch ohne Netzverbindung auskommen kann. Nach Aussagen der Forscher sei in deutschen Innenstädten heute eine WLAN-Dichte erreicht, die eine solche großflächige Lokalisierung erlaubt. Allein in Nürnberg, wo am 11. Januar ein erster Feldtest für die System-Praxistauglichkeit gestartet wird, befinden sich im Innenstadtbereich durchschnittlich 2.000 WLAN-Sender pro Quadratkilometer. Die Ergebnisse des Tests sollen als Grundlage für eine internationale Standardisierung von Schnittstellen für ortsabhängige Dienste dienen.

Ortung anhand von Feldstärkenwerten

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Hohe WLAN-Dichte. Bild: Fraunhofer IIS
Anwender benötigen lediglich einen PDA oder ein Smartphone. Der Nutzer kann dabei frei entscheiden, ob er seine Position nur für die eigene Orientierung nutzt oder einem Dienst für weitere Serviceangebote zur Verfügung stellt. Das System des Fraunhofer Instituts ist nicht auf besondere WLAN-Sender von Dienstleistern angewiesen und nimmt auch selbsttätig keine Datenverbindung mit ihnen auf. Damit soll erstmals die Nutzung der ohnehin vorhandenen WLAN-Infrastruktur in einer Stadt für mobile Dienste flächendeckend möglich werden. Der auf dem mobilen Endgerät vorhandene Lokalisierungsalgorithmus des Instituts berechnet dabei völlig autark und kontinuierlich die aktuelle Position auf Basis gemessener Feldstärkewerte.

Wer das neue System gerne einmal in der Praxis erleben möchte, hat ab dem 11. Januar um 11 Uhr dazu Gelegenheit. Dann fällt im Nürnberger DVD-Kino Cinecitta der Startschuss für den Feldtest.
André Vatter
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